Dubai. Es ist nicht lange her, dass man mit diesem Begriff alles andere als Reichtum verband: Die Menschen waren arm und es herrschte große Wasserarmut. Doch die Zeiten haben sich geändert – Dubai ist nicht länger mittellos, sondern reich und verdankt dies einzig und allein dem Erdöl, das bei seiner großen Anfrage viel Geld einbringt. Wasser gibt es jetzt in Hülle und Fülle und die neu aufgebauten Städte sind groß und modern.
Doch Dubai muss sich auf die kommenden Jahre vorbereiten; schließlich wird das Öl bald verbraucht sein und dann wird auch das Geld nicht mehr fließen. Das Land investiert nun in große Projekte, die seine Bewohner vor der erneuten Armut verschonen sollen.
Das aktuellste Projekt ist „The World“. Jahrelang schütteten riesige Schiffe hunderte Tonnen von Sand aus dem Meer zu vielen kleinen Inseln vor der Küste Dubais im Osten der Arabische Halbinsel auf. Dabei kann man aus der Luft auch die Anordnung erkennen – eine Weltkarte mitten im Meer. Für jedes Land der Erde gibt es jetzt also noch einen kleinen Vertreter aus Sand. Bis jetzt sind die Inseln noch vollkommen kahl und besitzen weder Vegetation noch erste Gebäude, nur einen Strom- und Süßwasseranschluss sowie eine Unterfläche aus Sand, von der später nur noch ein Streifen für den privaten Strand übrig bleiben soll. Für Dubai gilt es nun, die Inseln zu verkaufen. Normalerweise soll eine prominente bzw. einfach nur reiche Persönlichkeit aus dem jeweiligen Land die dazugehörige Miniversion kaufen. Doch am Beispiel von Deutschland sieht man, dass dies nicht immer durchgehalten wird: Deutschland im Kleinformat wurde an einen Österreicher verkauft. An den neuen Besitzern liegt es nun, die Inseln nach dem eigenen Geschmack zu gestalten, indem sie Häuser bauen, Bäume anpflanzen usw. Auf dem jetzt noch freien Boden werden teils Wohnhäuser für die Käufer entstehen, doch vermutlich wird es auch Hotels für die „armen“ Menschen dieser Welt geben, die sich vielleicht keine ganze Insel, sondern nur einen Urlaub leisten können.
Der Tourismus könnte in den nächsten Jahren immer mehr zur Ölalternative Dubais werden, weshalb auch besonders viel in neue Hotellandschaften investiert wird, solange die finanziellen Mittel noch vorhanden sind. Am Bekanntesten sind bis jetzt vermutlich die zwei riesigen Sandpalmen, die sich nur unweit der „World“ befinden und nach dem gleichen Prinzip erschaffen wurden. Schon bald werden sie ein beliebtes Reiseziel sein und auf der ganzen Welt Gefallen finden, da es sich um ganze Urlaubsparadiese handelt, von denen ein drittes schon in Planung ist.
Doch auch wenn die Methode der künstlichen Inselerschaffung Platz einbringt, gibt es einen Haken: Das Meer spült den Sand immer wieder ab, weshalb ständig neuer Sand aus dem Meer geholt und wieder aufgeschüttet werden muss, was eine sehr kostenspielige und aufwendige Angelegenheit ist.
Doch eines muss man Dubai lassen: Dieses Land hat es von der Armut zum Wohlstand gebracht und wird im Kommenden hoffentlich weiterhin eine wesentlich größere internationale Rolle spielen, als vor dem Reichtum. Die Chancen stehen gut!
