Selbstverletzendes Verhalten




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Selbstverletzendes Verhalten

Beitragvon Friederike » So 10. Aug 2008, 14:48

Als ich letztens von jemandem gefragt wurde, was eigentlich Emos seien, und ob sich alle von denen selbst verletzen würden, habe ich eine ziemlich wage und einfache Antwort gegeben. Meine Definition eines Emos erspare ich euch lieber, aber auf den letzteren Teil antwortete ich in etwa „Nicht alle Emos ritzen sich.“. Mein Gegenüber fragte nicht weiter nach, aber aus irgendeinem Grund fing ich an darüber nachzudenken. Zu den Leuten, die sich ritzen, gehören ja nicht ausschließlich Emos. Und: Ist selbst verletzendes Verhalten gleich ritzen?
Ich glaube diese, und die weiteren Fragen, die bei diesem Thema geradezu zwangsläufig aufgeworfen werden interessieren vielleicht mehrere von euch. Deshalb habe ich mir vorgenommen nicht nur mich, sondern auch die damit zu beschäftigen, die sich zufällig diesen Artikel durchlesen.
Zu Selbstverletzendem Verhalten, kurz: SVV, gehören mehrere Sachen. Nicht nur Ritzen, also dem schneiden mit einem mehr oder weniger scharfen Gegenstand in die eigene Haut, oft in den Unterarm, sondern auch wiederholtes Kopfschlagen, das heißt mit den Händen oder anderen Gegenständen auf den Kopf einzuschlagen, Haare ausreißen, Abkauen der Nagelhaut, Zerbeißen der Lippe oder den Innenseiten der Wangen, die bewusste Einnahme giftiger Substanzen absichtlich herbeigeführte Verbrennungen und Verbrühungen des Körpers durch Zigaretten, Feuerzeuge, etc. und alle weiteren bewussten und beabsichtigten Schädigungen des eigenen Körpers. Für SVV gibt es mehrere Ursachen. Dazu gehören unter anderem Missbrauchserfahrungen, Depressionen, Borderline-Persönlichkeitsstörungen, Entzug von Zuwendung und bestimmte Essstörungen.
Ich glaube allerdings, dass die meisten Leute, die während der Pubertät anfangen sich zu ritzen, eher nicht an diesen Faktoren leiden. Wahrscheinlich sind eher pubertätsbedingte Stimmungsschwankungen und das „sich selbst manchmal ein bisschen zu wichtig nehmen“ Schuld daran. Dazu kommt noch das es inzwischen ziemlich viele machen, was natürlich die Hemmschwelle senkt. Einigen geht es bestimmt auch darum, sich selbst „zu spüren“, zu merken, dass sie noch da sind.
Ich glaube nicht, dass Ritzen zwingend etwas mit Emos zu tun hat. Unter den mir bekannten Leuten, die sich ritzen ist auf jeden Fall kein einziger Emo (was eventuell auch auf mein soziales Umfeld zurückzuführen ist). Trotzdem werden, vor allem durch Videos auf youtube und diverse andere Medien, diese beiden Themen oft im Zusammenhang dargestellt. Das führt dann natürlich dazu, dass, nicht nur von Außenstehenden, sondern auch von Leuten, die sich dieser „Kultur“ zugehörig fühlen, Beides als untrennbar empfunden wird.
Ich stelle diese leicht wackeligen Thesen nur auf, weil ich mir sonst einfach nicht erklären kann, wieso das Ritzen so zu Modekrankheit geworden ist. Laut einer Studie des „Center for Suicide Research“, Oxford, haben von den 15- 16jährigen 10, 3% Erfahrungen mit SVV gemacht. Entweder fragt ihr euch jetzt, wieso sich so viele in unserem Alter selbst wehtun, oder ihr wollt wissen, was daran so schlimm sein soll.
Die letzte der beiden Fragen habe ich mir früher selbst oft gestellt. Bei unserem Körper handelt es sich ja schließlich um unser Eigentum, wieso sollte es andere interessieren, was wir damit tun? Gut, die Narben sind nicht besonders attraktiv und anfangs tut das Schneiden in die eigene Haut bestimmt noch weh, aber, was sollte an Ritzen schon gefährlich sein?
Dieses Unwissen ist nicht ungefährlich. Denn: Wenn man eine Gefahr nicht erkennt, kann man sie natürlich auch nicht einschätzen.
Gefährlich ist Ritzen aber auf jeden Fall. Es macht süchtig, da das Gehirn vermutlich Glückshormone ausschüttet um den Schmerz zu lindern. Nach einer bestimmten Zeit gewöhnt sich der Körper und man muss die „Dosis“ wie bei jeder anderen Droge steigern, was letztendlich zu starken gesundheitlichen Schäden, wenn nicht sogar zum Tod führen kann. Außerdem kann Ritzen laut einiger Internetseiten tatsächlich assoszial machen, das heißt, der Mensch der sich selbst verletzt bricht den Kontakt zu anderen ab. Dazu kommt noch, dass Ritzen durch seinen Suchtwert natürlich auch zu anderen Selbstgefährdenden Verhaltensweisen führt. Das soll nicht nur heißen, dass man sich durch immer stärkeres Ritzen umbringen kann, sondern auch, dass es vielen psychischen Krankheiten und Süchten leichter gemacht wird, uns „anzugreifen“. Ich will nicht behaupten, dass die Leute, die sich ritzen kein ernsthaftes Problem haben, sondern ich will mit diesem Artikel bewirken, dass die Gefahren, die damit verbunden sind bewusster werden, denn durch ein Gefahrenbewusstsein ritzt man sich (hoffentlich) nicht mehr nur wegen des Ausprobierens oder weil alle anderen es auch tun.
Fest steht: Ritzen ist gefährlich- fangt also besser gar nicht erst damit an. Wenn ihr euch nicht sicher seid, ob ihr wirklich existiert, kauft euch für 17 Cent eine rote Chilischote und esst sie GANZ. Das ist um einiges gesünder, wenn ihr nicht gerade auf Chilischoten allergisch seid.
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von Anzeige » So 10. Aug 2008, 14:48

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Re: Selbstverletzendes Verhalten

Beitragvon Maria » So 10. Aug 2008, 17:21

Also. Danke erstmal, dass du deinen Artikel pünktlich hier reingestellt hast ^^
Erstmal ein paar Anmerkungen, die eigentlich auch für alle gelten: Dein Artikel ist 4900 Zeichen lang. Das ist für eine Seite, auf der kein Bild ist OK, aber das kann man diesem Artikel nicht antun (wird bestimmt 50% weniger gelesen.) Dann ist mir aufgefallen, dass du direkt im ersten Satz in der Ich-Perspektive beginnst. Das macht deutlich, dass dich das Thema interessiert und du dich damit auseinandergesetzt hast, ist aber für einen journalistischen Artikel eher unvorteilhaft.

Journalistische Artikel sollten zunächst versuchen, neutral zu bleiben, sonst sind sie Kommentare und ich glaube nicht, dass das deine Intention war. Neutralität heißt zum einen, mehrere Positionen zu beleuchten (was du mit der Frage, ob SVV denn so schlimm ist gut anfängst) und eben auch, nicht zu urteilen.
Dein Appell, lieber Chilischoten zu essen ist also verständlich, weil du ja auch zuvor deine eigene Meinung klarmachst, aber eigentlich überflüssig, weil sich sowieso jeder Leser seine eigene Meinung macht und machen soll. Als Journalist versucht man, den Lesern so viel Material zu geben, dass das möglich ist. (Ich muss zugeben, dass ich es bei meinem Literaturszene-Artikel auch falsch gemacht habe ... manchmal kann man sich eben nicht zurückhalten, aber man kann es versteckter machen)

Ich würde dich also bitten, einerseits zu versuchen, die Ich-Botschaften wegzulassen, andererseits auch noch etwas mehr Struktur in den Text zu bringen. Aus diesem Grund hab ich auch gebeten, dass alle ein Konzept machen, das ist wirklich hilfreich.

Ansonsten finde ich den Punkt mit den Emos gut, das ist ein aktuelles Thema. Versuch auch hier noch ein bisschen knapper zu argumentieren (und allgemeiner)

Ich hoffe du fühlst dich jetzt nicht überrumpelt oder falsch verstanden oder genervt. Kannst ja selbst nochmal schreiben, wie du über meine Anmerkungen denkst.
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Re: Selbstverletzendes Verhalten

Beitragvon Friederike » Mo 11. Aug 2008, 17:21

Danke erst mal zurück.
Obwohl ich mich im ersten Moment natürlich nicht darüber gefreut hab, den Artikel noch mal so stark überarbeiten zu müssen, bin ich dir im nachhinein doch ziemlichj dankbar. Ich habe probiert, dass meiste, in der neuen Version umzusetzen, und hoffe sie ist ein bisschen besser geworden (allerdings befinde ich mich in tiefer Trauer, weil ich die Chillischote rausgenommen hab ;) )

In letzter Zeit hört man immer häufiger von jungen Menschen die sich selbst verletzen. Vor allem in Medien, die extra auf Jugendliche zugeschnitten sind, wird das Thema mit einer Jugendkultur in Verbindung gebracht, den Emos. Außerdem ist oft von Borderlinern die Rede. Aber: Zu den Leuten, die sich ritzen, gehören ja nicht ausschließlich Emos.
Ist selbst verletzendes Verhalten, kurz SVV, gleich ritzen und umgekehrt, und was hat Borderline eigentlich damit zu tun?
Zu SVV gehören mehrere Sachen. Nicht nur das Schneiden in die eigene Haut, mit Hilfe eines mehr oder weniger scharfen Gegenstandes, sondern auch wiederholtes Kopfschlagen, das heißt mit den Händen oder anderen Gegenständen auf den Kopf einzuschlagen, Haare ausreißen, Abkauen der Nagelhaut, Zerbeißen der Lippe oder den Innenseiten der Wangen, die bewusste Einnahme giftiger Substanzen, absichtlich herbeigeführte Verbrennungen und Verbrühungen des Körpers durch Zigaretten, Feuerzeuge, etc. und alle weiteren bewussten und beabsichtigten Schädigungen des eigenen Körpers. Für SVV gibt es mehrere Ursachen. Dazu gehören unter anderem Missbrauchserfahrungen, Depressionen, Borderline-Persönlichkeitsstörungen, Entzug von Zuwendung und bestimmte Essstörungen.
Viele, die während ihrer Pubertät mit dem Ritzen anfangen, leiden vermutlich eher nicht unter einer dieser Psychischen Krankheiten. Wahrscheinlich sind eher pubertätsbedingte Stimmungsschwankungen und das „sich selbst manchmal ein bisschen zu wichtig nehmen“ Schuld daran. Dazu kommt noch, dass es inzwischen ziemlich viele machen, was natürlich die Hemmschwelle senkt. Einigen geht es bestimmt auch darum, sich selbst „zu spüren“, zu merken, dass sie noch da sind.
Das Ritzen immer im Zusammenhang mit Emos dargestellt wird, hat natürlich zur Folge, dass, nicht nur von Außenstehenden, sondern auch von Leuten, die sich dieser „Kultur“ zugehörig fühlen, beides als untrennbar empfunden wird.
Trotz dieser Tatsachen, ist es immer noch erstaunlich, dass Ritzen so zur Modekrankheit geworden ist. Laut einer Studie des „Center for Suicide Research“, Oxford, haben von den 15- 16jährigen 10, 3% Erfahrungen mit SVV gemacht. Das hat sicher etwas damit zu tun, dass vielen nicht bewusst ist, was an Ritzen so gefährlich sein soll. Bei unserem Körper handelt es sich ja schließlich um unser Eigentum, wieso sollte es andere interessieren, was wir damit tun? Gut, die Narben sind nicht besonders attraktiv und anfangs tut das Schneiden in die eigene Haut bestimmt noch weh, aber, was sollte an Ritzen schon gefährlich sein?
Dieses Unwissen ist nicht ungefährlich. Denn: Wenn man eine Gefahr nicht erkennt, kann man sie natürlich auch nicht einschätzen.
Gefährlich ist Ritzen aber auf jeden Fall. Es macht süchtig, da das Gehirn vermutlich Glückshormone ausschüttet um den Schmerz zu lindern. Nach einer bestimmten Zeit gewöhnt sich der Körper und man muss die „Dosis“ wie bei jeder anderen Droge steigern, was letztendlich zu starken gesundheitlichen Schäden, wenn nicht sogar zum Tod führen kann. Außerdem kann Ritzen laut einiger Internetseiten tatsächlich asozial machen, das heißt, der Mensch, der sich selbst verletzt, bricht den Kontakt zu anderen ab. Dazu kommt noch, dass Ritzen durch seinen Suchtwert natürlich auch zu anderen selbstgefährdenden Verhaltensweisen führt. Das soll nicht nur heißen, dass man sich durch immer stärkeres Ritzen umbringen kann, sondern auch, dass es vielen psychischen Krankheiten und Süchten leichter gemacht wird, uns „anzugreifen“.
Es gibt natürlich auch viele, die ernsthafte psychische Probleme haben und unter einer der oben genannten Ursachen leiden. Denen hilft man aber auf keinen Fall, wenn man selber anfängt, sich weh zu tun, nur weil alle anderen es auch tun.
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Re: Selbstverletzendes Verhalten

Beitragvon Maria » Mi 13. Aug 2008, 10:19

Ich kann voll verstehen, dass das nicht das Spaßigste ist (meinen ersten Artikel für meine andere Zeitung musste/wollte/durfte ich dreimal komplett neu schreiben.
Freut mich, dass du meine Anmerkungen hilfreich fandest, ich finde den Artikel jetzt auch viel besser. Es ist gut, dass du immer noch Wertungen drin hast, ohne Wertungen klänge es viel zu neutral und kalt, aber es ist auch gut, dass sie eben nicht mehr so vordergründig sind. Du hast eine gute Balance gefunden.
Eine Sache noch, die nicht unwichtig ist: Es fehlt noch eine Überschrift. Und diese sollte eben nicht nur bedeuten, dass es um SVV geht, sondern auch um die Aspekte der Modekrankheit oder der Emokultur (wobei ich den ersteren irgendwie allgemeiner finde und daher besser).
Wenn du das noch machst, bin ich zufrieden ^^ ansonsten muss ich mir ja eine ausdenken...

Wenn du möchtest, kannst du die Chilischote noch reinbringen. Ich finde die Idee auch witzig, hab mich nur gefragt, ob man sich damit nicht genauso selbst verletzen kann.
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Re: Selbstverletzendes Verhalten

Beitragvon Friederike » Mi 13. Aug 2008, 15:35

Was hältst du von der leicht provokanten Überschrift: "Ist ritzen "in"?"
"Ist ritzen gefährlich" klingt dagegen natürlich etwas neutraler...
Auf die Chillischote kann ich auch verzichten, vor allem, weil ich sie ganz schön persönlich und vielleicht auch ein bisschen zu sarkastisch für die jetzige Form des Artikels finde. Wenn ich es schaffe, meinen anderen Artikel ordentlich zu Ende zu bringen (womit ich gestern meine Schwierigkeiten hatte), kann ich mir ja noch m,al Gedanken darüber machen, ob, und vor allem wie ich sie unterbringen könnte...
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Re: Selbstverletzendes Verhalten

Beitragvon Maria » Do 14. Aug 2008, 15:34

Beide Überschriften würden passen, weil es einerseits um die Mode, andererseits um die Gefahr geht. Vielleicht würde ich das nicht so in Frageform verpacken, weil es darauf schließen lässt, dass du diese Frage beantworten wirst und man im Nachhinein verwirrt ist, weil du eben eher mehrere kleine Aspekte ansprichst.
Vielleicht wäre es mit einer allgemeineren, aber deswegen nicht langweiligen Überschrift besser, wie etwa "Ich geh' mich dann mal ritzen." oder sowas.
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Re: Selbstverletzendes Verhalten

Beitragvon Friederike » Do 14. Aug 2008, 19:29

Hmm... eigentlich wollte ich eben schreiben: Oh ja gut, der Titel gefällt mir! Aber das hört sich ein bisschen gemein an (als würde ich ritzen befürworten). ;)

Aber der Titel gefällt mir wirklich. Er ist so schön provokant!
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Re: Selbstverletzendes Verhalten

Beitragvon Jia » Fr 15. Aug 2008, 22:24

Der Artikel gefällt mir jetz auch viel besser. Ich find's toll, dass du die Kritik angenommen hast und deinen Artikel hervorragend überarbeitet hast! :) Die Chilischote war doch gut, da sie den doch ziemlich deprimierenden Artikel wieder hochzieht. Außerdem, vielen, vielen Dank, dass der Artikel jetz kürzer ist. ;)

In letzter Zeit hört man immer häufiger von jungen Menschen die sich selbst verletzen. Vor allem in Medien, die extra auf Jugendliche zugeschnitten sind, wird das Thema mit einer Jugendkultur in Verbindung gebracht: den Emos. Außerdem ist oft von Borderlinern die Rede. Aber: zu den Leuten, die sich ritzen, gehören ja nicht ausschließlich Emos.
Ist selbst verletzendes Verhalten, kurz SVV, gleich ritzen und umgekehrt, und was hat Borderline eigentlich damit zu tun?
Zu SVV gehören mehrere Sachen. Nicht nur das Schneiden in die eigene Haut, mit Hilfe eines mehr oder weniger scharfen Gegenstandes, sondern auch wiederholtes Kopfschlagen, das heißt mit den Händen oder anderen Gegenständen auf den Kopf einzuschlagen, Haare ausreißen, Abkauen der Nagelhaut, Zerbeißen der Lippe oder der Innenseiten der Wangen, die bewusste Einnahme giftiger Substanzen, absichtlich herbeigeführte Verbrennungen und Verbrühungen des Körpers durch Zigaretten, Feuerzeuge, etc. und alle weiteren bewussten und beabsichtigten Schädigungen des eigenen Körpers. Für SVV gibt es mehrere Ursachen. Dazu gehören unter anderem Missbrauchserfahrungen, Depressionen, Borderline-Persönlichkeitsstörungen, Entzug von Zuwendung und bestimmte Essstörungen.
Viele, die während ihrer Pubertät mit dem Ritzen anfangen, leiden vermutlich eher nicht unter einer dieser psychischen Krankheiten. Wahrscheinlich sind eher pubertätsbedingte Stimmungsschwankungen und das „sich selbst manchmal ein bisschen zu wichtig nehmen“ schuld daran. Dazu kommt noch, dass es inzwischen ziemlich viele machen, was natürlich die Hemmschwelle senkt. Einigen geht es bestimmt auch darum, sich selbst „zu spüren“, zu merken, dass sie noch da sind.
Dass Ritzen immer im Zusammenhang mit Emos dargestellt wird, hat natürlich zur Folge, dass, nicht nur von Außenstehenden, sondern auch von Leuten, die sich dieser „Kultur“ zugehörig fühlen, beides als untrennbar empfunden wird.
Trotz dieser Tatsachen, ist es immer noch erstaunlich, dass Ritzen so zur Modekrankheit geworden ist. Laut einer Studie des „Center for Suicide Research“, Oxford, haben 10,3% der 15- bis 16-jährigen Erfahrungen mit SVV gemacht. Das hat sicher etwas damit zu tun, dass vielen nicht bewusst ist, was an Ritzen so gefährlich sein soll. Bei unserem Körper handelt es sich ja schließlich um unser Eigentum, wieso sollte es andere interessieren, was wir damit tun? Gut, die Narben sind nicht besonders attraktiv und anfangs tut das Schneiden in die eigene Haut bestimmt noch weh, aber, was sollte an Ritzen schon gefährlich sein?
Dieses Unwissen ist nicht ungefährlich. Denn: wenn man eine Gefahr nicht erkennt, kann man sie natürlich auch nicht einschätzen.
Gefährlich ist Ritzen aber auf jeden Fall. Es macht süchtig, da das Gehirn vermutlich (entweder musst du das "vermutlich" weglassen (klingt nicht fundiert/recherchiert), oder sagen, wer vermutet) Glückshormone ausschüttet um den Schmerz zu lindern. Nach einer bestimmten Zeit gewöhnt sich der Körper und man muss die „Dosis“ wie bei jeder anderen Droge steigern, was letztendlich zu starken gesundheitlichen Schäden, wenn nicht sogar zum Tod führen kann. Außerdem kann Ritzen laut einiger Internetseiten tatsächlich asozial machen, das heißt, der Mensch, der sich selbst verletzt, bricht den Kontakt zu anderen ab. Dazu kommt noch, dass Ritzen durch seinen Suchtwert natürlich auch zu anderen selbstgefährdenden Verhaltensweisen führt. Das soll nicht nur heißen, dass man sich durch immer stärkeres Ritzen umbringen kann, sondern auch, dass es vielen psychischen Krankheiten und Süchten leichter gemacht wird, uns „anzugreifen“.
Es gibt natürlich auch viele, die ernsthafte psychische Probleme haben und unter einer der oben genannten Ursachen leiden. Denen hilft man aber auf keinen Fall, wenn man selber anfängt, sich weh zu tun, nur weil alle anderen es auch tun.
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Re: Selbstverletzendes Verhalten

Beitragvon Friederike » Sa 23. Aug 2008, 21:09

Nichts zu danken! :lol:
Friederike
 
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Autor: Friederike
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