Buchrezension
Wolkenvolk-Trilogie von Kai Meyer
Kai Meyers „Wolkenvolk“-Trilogie besteht aus den drei Bänden „Seide und Schwert“, „Lanze und Licht“ und „Drache und Diamant“. Die Geschichte spielt im China der Qing-Dynastie, sprich 1760. Sie handelt von dem jungen Niccolo, der in einer Wolkenstadt geboren wurde, die vom großen Leonardo errichtet wurde. Er trifft auf Nugua, ein chinesisches Mädchen, dass unter Drachen aufgewachsen ist, und auf die Kriegerin Mondkind, in die er sich wegen eines magischen Banns verliebt. Mondkind wird von dem Aether beherrscht, dem Atem der Drachen, der in einer Himmelsschicht Bewusstsein entwickelt hat. Gemeinsam mit den Xian, unsterblichen Boten der Götter, die auf Kranichen reiten, kämpfen Niccolo, Nugua und andere ihrer Freunde wie der Clanmeisterin Wisperwind und dem an ein Drachenkostüm gebundenen Feiqing gegen den Aether, wobei Niccolo von Gewissensbissen wegen seiner Liebe zu Mondkind geplagt wird.
Kai Meyers Wolkenvolk-Trilogie erstellt ein Bild von einem fantastischen, mythischen China und detaillierten Personen. Meyer schreibt äußerst blumig und stellt Gedankenflüsse durch Erzählperspektiven dar. Doch auch bei aller sprachlicher Schönheit kommt die Spannung im buch nicht zu kurz.
Auszug:
„Die Mondmagie ist deinem Schwerterzauber überlegen, Guo Lao“, rief sie ihrem Feind entgegen. „Das werden wir sehen.“ Er hob das riesige Schwert mit beiden Händen über den Kopf. „Phönixfeder ist keine gewöhnliche Klinge.” Feiqing zitterte von den Nüstern bis zur Schwanzspitze. „Zhang Guo Lao", flüsterte er. „Der Unsterbliche aus den Zhongtiaobergen. Und sein Schwert Phönixfeder! Ich hatte Recht!“ Ohne eine weitere Warnung stürmte der Krieger auf Mondkind zu. Niccolo spürte den Boden bis zum Rand der Lichtung erbeben, während die Füße des Xian eine Rinne ins Erdreich frästen. Gras und Staub spritzten nach beiden Seiten auseinander. Die junge Frau vollführte einen komplizierten Wirbel aus Handbewegungen. Seidenbänder lösten sich aus ihrem wallenden Kleid und schossen auf Guo Lao zu, bohrten sich in seine Richtung wie nadelspitze Dorne aus Eis. Er parierte sie mit seiner Klinge, schlug sie nach rechts und links aus seiner Bahn, und da erst wurde Niccolo bewusst, dass sich die Seide bei ihrem Angriff verfestigt hatte. Die Bänder wurden hart wie Stahl, sobald sie auf Mondkinds Gegner zurasten. Auf den ersten Metern wellten sie sich noch wie Flaggen im Sturm, dann aber schossen sie in Schnurgerader Linie vorwärts, tödliche Lanzen aus weißem Stoff.
