Mi 12. Nov 2008, 19:05
Hier ist nun der Artikel. es fehlt noch der Waldorf-Teil von Juliane.
Alle wollen lernen lernen
-verschiedene Schulsysteme vorgestellt-
Die Schule – für uns Schüler ein täglicher Aufenthaltsort. Wir besuchen den Unterricht, gehen in die Pause, machen Hausaufgaben oder lernen zu Hause. Für die einen ein interessantes Gesprächsthema, für die anderen eben nicht. Aber wir alle nehmen sie täglich war: Die Auswirkung der Politik auf unseren Schulalltag. Ist es da nicht wichtig, auch einmal über diese Bildungspolitik nachzudenken? Bestimmt. Und am besten fängt man mit dem einfachsten an, was sich (nach einiger Betrachtung) als erstaunlich schwierig und komplex herausstellt – Das Schulsystem.
Oder besser: Die Schulsysteme. Denn davon gibt es zahlreiche. Hier haben wir für euch ein paar bekannte und weniger bekannte vorgestellt:
Aller Anfang ist schwer – Die Grundschule
Da werden sich doch jetzt einige Fragen, warum denn hier die Grundschule als Bildungssystem angeführt wird. Eigentlich sollte sie doch ein Oberbegriff sein für verschiedene Schulsysteme, die von der ersten bis zur vierten bzw. sechsten Klasse gehen. Das ist auch eigentlich so. Jedoch hat sicher jeder mitgekriegt, dass das Grundschulsystem verändert wurde. Die einen unter uns werden vielleicht schon davon gehört haben, aber anderen, die ganz sicher auch dabei sind, scheint das jetzt wohl neu zu sein. Zum einen tritt die Schulpflicht schon ab 5,5 Jahren in Kraft. Kinder, die zum Schulbeginn nach den Sommerferien dieses alter also bereits erreicht haben, müssen eingeschult werden. Die Vorschule fällt weg, stattdessen gibt es die so genannte Schulanfangsphase, die der zweiten und dritten Klasse entspricht. In dieser Phase können die Kinder 1, 2 oder 3 Jahre bleiben, je nach ihrem Entwicklungsstand. Zudem soll es mehr Ganztagsschulen geben, in denen man z.B. zur gesonderten Sprachförderung täglich bis 16:00 Uhr bleibt. Dabei ist natürlich nicht die ganze zeit über Unterricht, sondern nach dem Unterricht gibt es eine Art Hort, die Hausaufgaben werden erledigt und es werden verschiedenste Projekte durchgeführt. Das mag sich für so manchen vielleicht lang anhören, dem kann ich jedoch widersprechen. Ich selbst besuchte bis zur 4.Klasse eine Europaschule, also auch eine Ganztagsschule, in der die Klasse zur Hälfte aus portugiesisch sprechenden Kindern bestand. Die lange Schulzeit ist Gewöhnungssache: Wenn man von der ersten Klasse an so lange in der Schule ist, dann ist das überhaupt nicht merkwürdig. Ganz im Gegenteil: Als ich dann auf die rlo kam, war ich über den früheren Unterrichtsschluss überrascht.
Um sich ein Bild von der Meinung der „Betroffenen“ zu machen, befragten wir einen Grundschüler und dessen Eltern. Der Grundschüler (Noah Kirov) war eigentlich rundum mit dem System zufrieden. Er wollte jedoch nicht an eine Ganztagsschule, da ihm das Erledigen der Hausaufgaben zu Hause am meisten Spaß machte. Er bestätigte auch, dass die andersaltrigen Schüler sich untereinander gut halfen. Er wäre auch lieber noch früher eingeschult worden, da ihm die Schule viel Spaß bereitet. Seine Mutter (Sibel Kirov) stand dem jedoch skeptisch gegenüber: Mit 5,5 Jahren könnten die Schüler noch nicht genug Verantwortung übernehmen und sollten lieber die Möglichkeit haben, noch zu spielen. Sie ist für die Wiedereinführung des alten Systems, jedoch nur, wenn das Einschulalter wieder hoch gesetzt wird. Außerdem bemängelte sie, dass zu wenig Druck herrsche, und die Schüler eventuell ohne leichten Leistungsdruck nicht genug Anreiz haben, um ihr volles Potenzial auszuspielen.
Aller guten Dinge sind drei – Das dreigliedrige Schulsystem
Ob dieser Dinge wirklich so gut ist, wird derzeit heftig diskutiert. Nach diesem System kommen die Schüler nach der Grundschule, also in Berlin normalerweise nach der 6. Klasse,
je nach Leistung an eine Hauptschule, eine Realschule oder an ein Gymnasium. Alternativ gibt es noch die Möglichkeit einer integrierten Gesamtschule, die an anderer Stelle erörtert wird. Nun zu den drei „weiterführenden Schulsystemen“:
Hauptschule:
Die Hauptschule hat ist eine allgemein bildende Schule, die den Schülern ein grundlegende allgemeine Bildung vermitteln soll. Normalerweise geht sie von der 7. bis zur 10. Klasse, es gibt also nur die Sekundarstufe I. Danach haben die Schüler die Möglichkeit, auf eine gymnasiale Oberstufe zu wechseln. Der Unterricht an der Hauptschule ist stark praxisorientiert, auf Forschung wird dennoch nicht verzichtet. So gibt es zum Beispiel das Fach Arbeitslehre, das zu den Hauptfächern gehört. Am Ende der 10. Klasse erhält man den Hauptschulabschluss bzw. die Berufsschulreife.
Realschule:
Ähnlich wie die Hauptschule ist auch die Realschule praxisorientiert und auf das Berufsleben vorbereitend. Sie soll eine erweiterte Grundbildung vermitteln. Auch auf der Realschule gibt es 10 Klassen und die Möglichkeit, danach eine gymnasiale Oberstufe zu besuchen. Der Abschluss ist die mittlere Reife bzw. die Fachoberschulreife.
Gymnasium:
Das Gymnasium soll eine vertiefte Grundbildung vermitteln. Es beinhaltet die Sekundarstufe I und die gymnasiale Oberstufe(Sekundarstufe II), geht also von der 5. bzw. 7. Klasse bis zur 12. bzw. 13. Klasse. Die Einzelheiten eines Gymnasiums an dieser Stelle zu erläutern wäre nicht sinnvoll, da wir uns alle selbst ein Bild davon machen können und sicher auch schon gemacht haben.
Um auf die Diskussion über dieses System zurückzukommen – Viele bemängeln, dass die Schüler in der 4.Klasse und auch in der 6.Klasse ihr wirkliches leistungspotenzial noch nicht entfaltet haben und sich daher zu leicht für die falsche schule entscheiden könnten.
Alle zusammen – Die Gesamtschule
Grundsätzlich muss zwischen zwei Arten der Gesamtschule unterschieden werden. Der Kooperativen Gesamtschule und der Integrierten Gesamtschule. Bei ersterer handelt es sich einfach um die drei normalen weiterführenden Schulen „in einem Haus“, die unabhängig voneinander agieren. Bei der Integrierten Gesamtschule können die Schüler verschiedene Kurse wählen, den Förder-, Grund- und Erweiterungskurs. Sie machen dann entsprechend ihren Kursen ihren Abschluss. Dadurch gibt es so gut wie kein „Sitzen bleiben“; wenn jemand in einem Fach zu schlecht ist, so wählt er einfach einen einfacheren Kurs.
[Sonderschulen: Waldorf]
Wir hoffen, dass wir euch einen kleinen Eindruck von der Vielfalt der Schulsysteme vermittelt haben. Und wenn nun ihr meint, ihr wüsstet nun alles darüber – falsch gedacht! Denn es gibt noch alle anderen Länder dieser Welt, die alle noch weitere Systeme haben. Aber das muss dann wirklich nicht jeder wissen.
Quellen:
http://www.grin.com/e-book/109416/bildu ... eiligungen Statistisches Bundesamt, Fachserie 11, Reihe 1
http://de.wikipedia.org/wiki/Integrierte_Gesamtschulehttp://de.wikipedia.org/wiki/Hauptschulehttp://de.wikipedia.org/wiki/Realschulehttp://www.carto.net/andre.mw/photos/20 ... erjoch.jpgBilder:
- Schema zum Bildungssystem
- Bild mit Wegweiser: Gymnasium, Haupt- oder Realschule?