HV Julia
Antwort schreiben

Krieg gegen den Schleim

Do 22. Jan 2009, 19:00

Hier ist der Viren-Artikel:
Krieg gegen den Schleim

Wir befinden uns in einer kleinen Provinz Chinas, Guangdong, vor einigen Jahren. In einem Hotel warten einige Leute auf den Fahrstuhl. Einer spielt ungeduldig mit einem Kugelschreiber herum, aber er muss nicht lange warten. Der Fahrstuhl kommt nach wenigen Sekunden. Die Leute steigen ein und ahnen nicht, dass sie gerade ihr Todesurteil unterschrieben haben.

Einer der Männer war mit einer zuvor unbekannten Krankheit infiziert, die später als SARS, schweres akutes respiratorisches Syndrom, bekannt wurde. Sie ähnelt einer Lungenentzündung, bloß ist sie weitaus öfter tödlich und höchst ansteckend. Allein der gemeinsame Aufenthalt in Fahrstuhl infiziert alle Insassen mit dem Virus, was aus dem Lateinischen kommt und nichts weiter heißt als Gift oder Schleim.

Es kann bis zu 24 Stunden außerhalb des Menschen überleben und ist für alle im Umkreis von einem Meter vom Infizierten ansteckend. Zudem soll es sich auch noch über Schleimhäute, sprich Augen, Nase, Rachen usw. übertragen, was jedoch noch nicht ganz geklärt ist. Man kam darauf, dass es sich um ein Virus handelt, da die Patienten nicht auf Antibiotika ansprachen. Diese töten nur Bakterien ab, haben ab keinerlei Auswirkung auf Viren. Gegen die gibt es so genannte Antivirostatika, von denen es bis heute aber nur extrem wenige gibt, beispielsweise das Medikament TamiFlu. Dennoch sind Antibiotika auch bei Virusinfektionen extrem wichtig, da wir zum einen immer auch noch andere keime in uns tragen, die nur auf ein geschwächtes Immunsystem warten, und zum anderen, um auch sonst jegliche Mehrfachinfektionen zu verhindern. Man stelle sich vor, wenn man schon eine schlimme Krankheit hat, und dann kommt gleich noch eine hinzu! Gegen einige Viren kann man sich auch impfen lassen, z.B. gegen das Rabdovirus, den Erreger der Tollwut. Bei ihm reicht es sogar, sich einige Stunden nach einem Biss impfen zu lassen, um eine Infektion zu verhindern. Bei anderen Viren wie dem Influenzavirus, dass die „echte“ und gefährliche Virusgrippe überträgt, kann man sich im Voraus schützen. Dies bietet zwar keinen 100-prozentigen Schutz, aber eine gewissen Sicherheit. Schließlich sterben jährlich allein in Deutschland Tausende Menschen, im Winter 2002 waren es 20 000!

Die infizierten Gäste des chinesischen Hotels reisten ab, ohne zu merken, was für eine schreckliche Krankheit sie da mit sich herumschleppten. So verteilte sich das Virus über die ganze Welt, unter anderem nach Frankfurt, wo es jedoch schon erkannt wird und das Flugzeug als Empfang keine Freundes- und Verwandtenschar erwartete, sondern ein Team aus Wissenschaftlern in Schutzanzügen. In Deutschland konnte die Infektion verhindert werde, in anderen Ländern hingegen breitete sie sich weiter aus und forderte letztlich viele Tote, bevor es nach einigen Tagen mit einer großen Portion Glück unter Kontrolle gebracht wurde.

Dem Coronavirus konnten wir also etwas entgegensetzen. Doch wird das immer klappen? Wir, die Menschen, so hoch entwickelt und mit solch komplizierten Technologien, werden wir an einem winzigen Wesen zu Grunde gehen, dass wegen seiner fehlenden Eigenschaften wie z.B. Reizbarkeit und Fortpflanzung von vielen nicht einmal als „lebendig“ klassifiziert wird? Möglich wäre es ja schon – anstatt mit unserer symbiotischen Art könnte der kleine „Parasit“ ja die günstigeren Umstände erhaschen können. Seine „Jagd“ ist eigentlich ziemlich clever: Er greift eine Zelle an, verpflanzt sich in ihren Zellkern und zwingt sie, ihn immer und immer wieder zu kopieren. So entstehen immer mehr Viren, die neue Zellen angreifen, und die „Benutzten“ sterben irgendwann ab. So sind nach Meinung von Experten im 20. Jahrhundert mehr Menschen durch Viren getötet worden als durch alle Kriege weltweit.

Doch letztlich werden wir im Kampf mit den Viren immer einen Vorteil haben, nämlich unsere Flexibilität, die wir haben, weil wir denken. Das Virus hingegen kann sich nicht auf seinen Verstand berufen. Es kann nur auf praktische Kopierfehler hoffen.

Quellen: Szenische Darstellung des SARS-Falls nach einer Dokumentation des arte, „Das Imperium der Viren“, Teil 1 und 2. Siehe http://www.arte.tv/de/woche/244,broadca ... =2008.html

____________________________________________________________________________________________________
Ich fürchte, er ist ein bisschen lang... Dazu habe ich nur eine Elektronenmikroskopie eines Ebola-virus mit guter Auflösung.

Do 22. Jan 2009, 19:00

Re: Krieg gegen den Schleim

Fr 23. Jan 2009, 18:39

Einige inhaltliche und grammatikalische fehler habe ich noch richtiggestellt. hier ist die zweite Version:

Krieg gegen den Schleim

Wir befinden uns in China, genau genommen in Shanghai, vor ein paar Jahren. In einem Hotel warten einige Leute auf den Fahrstuhl. Einer spielt ungeduldig mit einem Kugelschreiber herum, aber er muss nicht lange warten. Der Fahrstuhl kommt nach wenigen Sekunden. Die Leute steigen ein und ahnen nicht, dass sie gerade ihr Todesurteil unterschrieben haben.

Einer der Männer war mit einer zuvor unbekannten Krankheit infiziert, die später als SARS, schweres akutes respiratorisches Syndrom, bekannt wurde. Sie ähnelt einer Lungenentzündung, bloß ist sie weitaus öfter tödlich und höchst ansteckend. Allein der gemeinsame Aufenthalt in Fahrstuhl infiziert alle Insassen mit dem neuartigen Stamm des Coronavirus.

Es kann bis zu 24 Stunden außerhalb des Menschen überleben und ist für alle im Umkreis von einem Meter vom Infizierten ansteckend. Zudem soll es sich auch noch über Schleimhäute, sprich Augen, Nase, Rachen usw. übertragen, was jedoch noch nicht ganz geklärt ist. (Dies ist bei vielen anderen Viren der Fall.) Man kam darauf, dass es sich um ein Virus handelt, da die Patienten nicht auf Antibiotika ansprachen. Diese töten nur Bakterien ab, haben aber keinerlei Auswirkung auf Viren. Gegen die gibt es so genannte Antivirostatika, von denen es bis heute aber nur extrem wenige gibt, beispielsweise das Medikament TamiFlu. Dennoch können Antibiotika auch bei einigen Virusinfektionen wichtig, da wir immer auch noch andere Keime in uns tragen, die nur auf ein geschwächtes Immunsystem warten, und Superinfektionen verursachen können Man stelle sich vor, wie es ist, wenn man schon eine schlimme Krankheit hat, und dann kommt gleich noch eine hinzu! Gegen einige Viren kann man sich auch impfen lassen, z.B. gegen das Rabdovirus, den Erreger der Tollwut. Bei ihm reicht es sogar, sich einige Stunden nach einem Biss impfen zu lassen, um eine Infektion zu verhindern. Bei anderen Viren wie dem Influenzavirus, das die „echte“ und gefährliche Virusgrippe überträgt, kann man sich im Voraus schützen. Dies bietet zwar keinen 100-prozentigen Schutz, aber eine gewissen Sicherheit. Schließlich sterben jährlich allein in Deutschland Tausende Menschen, im Winter 2002 waren es 20 000!

Die infizierten Gäste des chinesischen Hotels reisten ab, ohne zu merken, was für eine schreckliche Krankheit sie da mit sich herumschleppten. Alle aus dem Fahrstuhl starben später. So verteilte sich das Virus über die ganze Welt, unter anderem bis nach Frankfurt, wo jedoch schon vor der Ankunft des Fliegers vor ihm gewarnt wurde. Das Flugzeug bekam als Empfang keine Freundes- und Verwandtenschar, sondern ein Team aus Wissenschaftlern in Schutzanzügen. In Deutschland konnte ein Ausbruch also verhindert werden, andere Ländern hatten nicht so viel Glück. SARS forderte letztlich viele Tote, bevor es nach einigen Wochen mit Fortunas Hilfe unter Kontrolle gebracht wurde.

Dem Coronavirus konnten wir also etwas entgegensetzen. Doch wird das immer klappen? Wir, die Menschen, so hoch entwickelt und mit solch komplizierten Technologien, werden wir an einem winzigen Wesen zu Grunde gehen, dass wegen seiner fehlenden Eigenschaften wie z.B. Reizbarkeit und Fortpflanzung von vielen nicht einmal als „lebendig“ klassifiziert wird? Möglich wäre es ja schon – anstatt mit unserer symbiotischen Art könnte der kleine „Parasit“ ja die günstigeren Umstände erhaschen können. Seine „Jagd“ ist eigentlich ziemlich clever: Er greift eine Zelle an, verpflanzt sich in ihren Zellkern und zwingt sie, ihn immer und immer wieder zu kopieren. So entstehen immer mehr Viren, die neue Zellen angreifen, und die „Benutzten“ sterben irgendwann ab. So sind nach Meinung von Experten im 20. Jahrhundert mehr Menschen durch Viren getötet worden als durch alle Kriege weltweit.

Doch letztlich werden wir im Kampf mit den Viren immer einen Vorteil haben, nämlich unsere Flexibilität, die wir haben, weil wir denken. Das Virus hingegen, aus dem Lateinischen von Gift oder Schleim, kann sich nicht auf seinen Verstand berufen. Es vermag höchstens auf praktische Kopierfehler hoffen.

Quellen: Szenische Darstellung des SARS-Falls nach einer Dokumentation des arte, „Das Imperium der Viren“, Teil 1 und 2. Siehe http://www.arte.tv/de/woche/244,broadca ... =2008.html
Antwort schreiben




Bei iphpbb3.com bekommen Sie ein kostenloses Forum mit vielen tollen Extras
Forum kostenlos einrichten - Hot Topics - Tags
Beliebteste Themen: Erde, Liebe, USA, NES, Bild

Impressum | Datenschutz