Mi 3. Sep 2008, 18:32
Ich geh' mich dann mal ritzen
In letzter Zeit hört man immer häufiger von jungen Menschen die sich selbst verletzen. Vor allem in Medien, die extra auf Jugendliche zugeschnitten sind, wird das Thema mit einer Jugendkultur in Verbindung gebracht: den Emos. Außerdem ist oft von Borderlinern die Rede. Aber: zu den Leuten, die sich ritzen, gehören ja nicht ausschließlich Emos.
Ist selbst verletzendes Verhalten, kurz SVV, gleich ritzen und umgekehrt, und was hat Borderline eigentlich damit zu tun?
Zu SVV gehören mehrere Sachen. Nicht nur das Schneiden in die eigene Haut, mit Hilfe eines mehr oder weniger scharfen Gegenstandes, sondern auch wiederholtes Kopfschlagen, das heißt mit den Händen oder anderen Gegenständen auf den Kopf einzuschlagen, Haare ausreißen, Abkauen der Nagelhaut, Zerbeißen der Lippe oder der Innenseiten der Wangen, die bewusste Einnahme giftiger Substanzen, absichtlich herbeigeführte Verbrennungen und Verbrühungen des Körpers durch Zigaretten, Feuerzeuge, etc. und alle weiteren bewussten und beabsichtigten Schädigungen des eigenen Körpers. Für SVV gibt es mehrere Ursachen. Dazu gehören unter anderem Missbrauchserfahrungen, Depressionen, Borderline-Persönlichkeitsstörungen, Entzug von Zuwendung und bestimmte Essstörungen.
Viele, die während ihrer Pubertät mit dem Ritzen anfangen, leiden vermutlich eher nicht unter einer dieser psychischen Krankheiten. Wahrscheinlich sind eher pubertätsbedingte Stimmungsschwankungen und das „sich selbst manchmal ein bisschen zu wichtig nehmen“ schuld daran. Dazu kommt noch, dass es inzwischen ziemlich viele machen, was natürlich die Hemmschwelle senkt. Einigen geht es bestimmt auch darum, sich selbst „zu spüren“, zu merken, dass sie noch da sind.
Dass Ritzen immer im Zusammenhang mit Emos dargestellt wird, hat natürlich zur Folge, dass, nicht nur von Außenstehenden, sondern auch von Leuten, die sich dieser „Kultur“ zugehörig fühlen, beides als untrennbar empfunden wird.
Trotz dieser Tatsachen, ist es immer noch erstaunlich, dass Ritzen so zur Modekrankheit geworden ist. Laut einer Studie des „Center for Suicide Research“, Oxford, haben 10,3% der 15- bis 16-jährigen Erfahrungen mit SVV gemacht. Das hat sicher etwas damit zu tun, dass vielen nicht bewusst ist, was an Ritzen so gefährlich sein soll. Bei unserem Körper handelt es sich ja schließlich um unser Eigentum, wieso sollte es andere interessieren, was wir damit tun? Gut, die Narben sind nicht besonders attraktiv und anfangs tut das Schneiden in die eigene Haut bestimmt noch weh, aber, was sollte an Ritzen schon gefährlich sein?
Dieses Unwissen ist nicht ungefährlich. Denn: wenn man eine Gefahr nicht erkennt, kann man sie natürlich auch nicht einschätzen.
Gefährlich ist Ritzen aber auf jeden Fall. Es macht süchtig, da das Gehirn Glückshormone ausschüttet um den Schmerz zu lindern. Nach einer bestimmten Zeit gewöhnt sich der Körper und man muss die „Dosis“ wie bei jeder anderen Droge steigern, was letztendlich zu starken gesundheitlichen Schäden, wenn nicht sogar zum Tod führen kann. Außerdem kann Ritzen laut einiger Internetseiten tatsächlich asozial machen, das heißt, der Mensch, der sich selbst verletzt, bricht den Kontakt zu anderen ab. Dazu kommt noch, dass Ritzen durch seinen Suchtwert natürlich auch zu anderen selbstgefährdenden Verhaltensweisen führt. Das soll nicht nur heißen, dass man sich durch immer stärkeres Ritzen umbringen kann, sondern auch, dass es vielen psychischen Krankheiten und Süchten leichter gemacht wird, uns „anzugreifen“.
Es gibt natürlich auch viele, die ernsthafte psychische Probleme haben und unter einer der oben genannten Ursachen leiden. Denen hilft man aber auf keinen Fall, wenn man selber anfängt, sich weh zu tun, nur weil alle anderen es auch tun.
Friederike Sander
Klasse 10
Sooo... Das ist mein Artikel, der schon in der Korrektur war, und eigentlich abgedruckt werden kann. Es sei denn, irgendjemandem fällt noch ein schrecklicher Fehler daran auf.
Mi 3. Sep 2008, 21:08
jetz steht ja das (evt. hintergrund)bild an...
Do 4. Sep 2008, 20:11
Jaaaaa.... Ich denke schon immer ganz fleißig dran. Irgendwann, bald mal, werd ich es vielleicht sogar realisieren