HV Dani
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Weihnachtswunder

Di 18. Nov 2008, 13:42

Nach langem Warten.. sorry nochmal!
Also bei verbesserungsvorschlägen.. nichtzögern, Feder zücken!^^

„Das Weihnachtsgeheimnis“ von Jostein Gaarder
oder
Weihnachtswunder – wo gibt’s denn so was?


Das Beste am Geschenke-Bekommen, finde ich, ist das Geschenke-Auspacken: Ich liebe es, eine halbe Stunde lang an einem winzigen Paket zu sitzen und zu versuchen, es ohne Schere und ohne das Papier zu zerreißen, aufzubekommen. Wenn ich neue Bücher in die Hände bekomme, taste ich mich auch nur langsam an jene heran: ich schaue mir genüsslich das Cover an, lese die Klappentexte, um mich dann ins Zimmer abzukapseln und für den Rest des Tages in der Welt jenes Buches zu versinken.
Selbst wenn ihr keine Bücherwürmer seid und Geschenke aufreißt, als gäbe es kein Morgen mehr, könnt ihr euch nun zumindest ansatzweise vorstellen, wie ich mich erst freue, wenn ich mir ein Buch auf blauen Dunst hin ausleihe – da ich vom Autor schon vorher ein Buch gelesen habe und sich der Klappentext ganz manierlich anhörte – und sich dieses als absoluter Knüller rausstellt!
Neulich ist mir so ein Buch mal wieder in die Finger gekommen: Eines Samstagabends wusste ich nach wochenlangem Schul- und Arbeitsstress schon kaum noch, was man in der Freizeit denn normalerweise so macht, als mir der grüne Beutel, der schon seit zwei Wochen an meiner Tür hing, ins Auge fiel. – Stimmt ja, ich war doch auch mal in der Bibliothek! – In dieser sich leider nicht selbstverwaltenden Schatztruhe fand ich schon nach nur einer halben Minute kurzen Nachschauens Jostein Gaarders „Das Weihnachtsgeheimnis“. Aufgefallen war mir dieses Buch, wie schon gesagt bzw. geschrieben, wegen des Autors, von dem ich schon vorher den nicht nur sehr lehrreichen, sondern auch zum Denken anregenden Bestseller „Sofies Welt“ durchgearbeitet, kann man fast sagen, hatte und des Klappentextes wegen. Eben dieser war mal nicht – Oh Wunder! – mit Zeitschriftenzitaten vollgedruckt, sondern erzählte von einem Jungen, der eher durch Zufall als durch alles andere an einen Adventskalender gelangt, der ihn auf eine Reise lockt, die in einem norwegischen Kaufhaus mit dem Verschwinden eines Mädchens beginnt und nach und nach, zurück in der Zeit, Richtung Jesu Geburt in Bethlehem führt. Wer die Zettel im Adventskalender schreibt und wer dieses Mädchen ist, wird zwar rhetorisch erfragt, jedoch bis zum Schluss nur ansatzweise erklärt.
Das, was mich schon auf den ersten Seiten zum Weiterlesen veranlasst hat, waren die mehr oder weniger versteckten Parallelen zum Neuen Testament in der Bibel. Während ich vor Aufregung über meine Funde noch ganz kribbelig war, überflog ich auch schon förmlich das zweite Kapitel – und hier meine ich mit Überfliegen nicht das sachliche, Informationen sammelnde Lesen eines Textes, sondern das sich Hineinversetzen in die Lage des besagten Mädchens, das inzwischen einem lebendig gewordenem Kuscheltierlamm hinterher rannte und somit der eigentlichen Handlung ihren Anstoß gab. Jostein Gaarder hat es in diesem jugendgerechten Buch erneut geschafft, Altbewährtes total neu zu gestalten, geschichtliches und allgemeines Wissen ganz nebenbei zu erwähnen und zudem noch das Christentum so darzustellen, dass auch Nicht-Christen dieses nach Lesen des Buches in einem ganz neuen Licht wahrnehmen werden.
Kann man diesen Fund denn schon als Wunder betrachten? Wohl kaum! Aber kann man dem nicht zumindest ein klitzekleines bisschen höhere Fügung beimessen? Das wird wohl jeder für sich selber entscheiden müssen, wobei ich selbst nicht glaube, dass solche Nichtigkeiten – dummerweise zu oft von allen möglichen Verschwörungstheoretikern hochgespielt zu einem möglichen Weltuntergang infolge der Erfindung des Autos – höhere Bedeutung haben.
Kaum einer wird Weihnachtswunder wohl noch als richtige Wunder betrachten, genauso wie es kaum noch Christen in Deutschland gibt, die an genau das glauben, was in der Bibel steht, obwohl (oder gerade weil?) das auch gewissen Mut erfordert – womit sich auch die sinkende Religiosität in Deutschland, einem, wie ich behaupten mag, größtenteils aufgeklärtem Land, erklären ließe: Denn warum sollte man wöchentlich im Gottesdienst seinen Glauben bekennen und aus der Bibel lesen, wenn doch die Hälfte darin sowieso nur „ersponnen“ ist? Dies soll keineswegs eine Hetzschrift gegen das Christentum werden, sondern eher Bewunderung ausdrücken für jene, die überhaupt noch an Dinge glauben können, die nicht wissenschaftlich nachweisbar sind. Dies trägt eine Weltanschauung mit sich, die nicht zwangsläufig alles verklärt sehen muss, sondern die auch Visionen mit sich trägt, die nicht immer auf Beifall stoßen. Der katholische Bischof Helder Camara sagte einmal: „Als ich den Hungrigen zu essen gab, nannten sie mich einen Heiligen. Als ich fragte, warum Menschen hungern, nannten sie mich einen Kommunisten.“
Weihnachtswunder müssen einem nicht immer materiell zu Nutze kommen. Richtige Wunder sollen sogar in einem wirken, Menschen verändern. Wenn Radiosender armen Familien zu Weihnachten Weihnachtsgeschenke spendieren, dann ist doch für die Familie nicht zuerst die materielle Hilfe von Bedeutung, sondern die seelsorgliche Unterstützung, der Beweis, dass es in dieser größtenteils konsumorientierten Gesellschaft doch noch Menschen im Sinne von Menschen, nicht Robotern, gibt – Menschen, die sich um ihre Nächsten kümmern.
In diesem Sinne euch allen eine wunderschöne Weihnacht: schaut euch doch gerade jetzt auf der Straße um und seht, wo ihr selbst überall kleine oder sogar große Weihnachtswunder bewirken könnt!


...also das sollten jetzt so anderthalb Seiten sein...

Di 18. Nov 2008, 13:42

Re: Weihnachtswunder

So 23. Nov 2008, 14:09

hast du denn ein foto/bild?
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