Seite 1 von 1

Augen zu und durch!

Verfasst: Do 14. Aug 2008, 08:40
von Jia
Ich stellt mal Leons und Lillis Artikel für sie ein.

Augen zu und durch!
- alles Wissenswerte über Träume -

[BILD: schlafender Mensch]

Jeder Mensch träumt. Das tut er sogar jede Nacht. Er kann sich bloß nicht immer daran erinnern, was in seinen Träumen geschehen ist. Das liegt daran, dass die REM-Schlafphase (Rapid Eye Movement = schnelle Augenbewegungen), in der man träumt, unterbrochen wird. Zwischendurch gibt es wieder andere Schlafphasen, die sich immer wiederholen. So kann das Gehirn den Traum nur „stückweise“ auffassen. Es ist also grundsätzlich falsch, wenn jemand sagt, dass er nicht träume.

Was sind eigentlich Träume?

Träume sind ein Fenster zur Seele, durch das wir uns selber besser kennen lernen. Unsere Träume sind ein wesentlicher Bestandteil unseres geistigen Lebens. Sie übermitteln uns Botschaften und helfen uns auf diese Weise, verborgene Hoffnungen und Ängste aufzudecken. Wir Menschen stehen unseren Träumen sehr unterschiedlich gegenüber. Manchmal genießen wir sie fast ausnahmslos - schon deshalb, weil sie uns allein gehören, manchmal aber durchleben wir auch unsere größten Ängste. Fakt ist aber, dass den meisten Menschen das Träumen großen Spaß bereitet, da wir alle Regeln des Wachzustandes brechen können.


Was sind Schlafphasen?

Insgesamt wird der menschliche Schlaf in 5 verschiedene Schlafphasen unterteilt. Die Non-REM-Phasen (NREM) 1 bis 4 und die REM-Phase. Im Gegensatz zur REM-Phase träumt der Mensch in der NREM-Phase normalerweise nicht. Zu diesen traumlosen Phasen gehören die Leichtschlafphase und die Tiefschlafphase. Die Leichtschlafphase 1 wird häufig gar nicht als solche erkannt; in dieser Phase „döst“ der Mensch nur. In der 2. Phase ist man dann eingeschlafen, der Körper arbeitet schon weniger und es kommt zu starken Hormonausschüttungen. So werden beispielsweise Wachstumshormone zum Wiederaufbau der Zellen benötigt. Später, im Tiefschlaf, sinkt die Körperaktivität weiter. Alle Phasen zusammen bilden einen sich wiederholenden Zyklus, der etwa 90 Minuten dauert. Anfangs hat dabei die Tiefschlafphase den größten Anteil, später wächst der Anteil von Leichtschlaf und REM-Schlaf in den Zyklen. Wie man sich schon denken kann, steigt die Aktivität des Körpers in der REM-Phase rapide an. So kommt es zu den schnellen Augenbewegungen und zu den Träumen. Dennoch ist der Körper „gelähmt“, damit er seine Träume nicht auch in der Wirklichkeit umsetzt. Manche meinen, dass das Gefühl, in einem Alptraum nicht weglaufen zu können, von dieser Lähmung stammt.


Warum träumen wir?

Dies ist eine Frage, mit der sich die Menschheit schon seit Ewigkeiten beschäftigt. Bis jetzt konnte weder der biologische Zweck des Träumens, noch der des Schlafens genau bestätigt werden. Es gibt unglaublich viele Theorien, von denen einige plausibel, andere eher fragwürdig erscheinen. Wir haben für euch ein paar dieser Theorien genauer unter die Lupe genommen:

„Im Traum soll man seine Erinnerungen des Tages verarbeiten.“
Diese Theorie klingt eigentlich nicht falsch. Schließlich lässt man sich ja auch häufig in der Einschlafphase den Tag durch den Kopf gehen. Aber der eigentliche Sinn kann es nicht sein, denn man träumt nicht immer vom Tag, sondern manchmal sogar von Dingen, mit denen man gar nichts zu tun hat, oder?

„Wenn man träumt, kann man kreativere Ideen finden als im Wachzustand“
Auch an dieser These ist etwas Wahres dran. Viele haben bestimmt schon einmal im Traum eine Idee gehabt, die ihnen sonst nie gekommen wäre. Vielleicht war diese Idee dann ja sogar im Wirklichen Leben hilfreich, aber die meisten Ideen sind nicht gerade nützlich und hätten genau so gut frei erfunden sein können.

„Während des REM-Schlafs könnte das Gehirn reifen.“
Diese Theorie ist ebenfalls logisch, da bei Säuglingen der Anteil des REM-Schlafs besonders groß ist. Außerdem kann sich sicher jeder gut vorstellen, dass Träumen das Gehirn übt.

„Das Träumen ist ein evolutionäres Überbleibsel und hat keine Funktion.“
Das ist sicher die einfachste Theorie. Vielen mag sie vielleicht einfallslos vorkommen, aber es könnte doch durchaus sein, dass die Menschen eben deshalb schon so lange den Sinn des Träumens suchen, weil es gar keinen Sinn gibt. Es wäre aber eigentlich schade, denn dann wäre die Idee der Traumdeutung endgültig verworfen.

Können Tiere träumen?

Nicht alle Tiere können träumen, aber es wurde herausgefunden, dass die meisten Säugetiere, viele Vogelarten und einige wenige Reptilienarten träumen können. Hunde und Katzen bewegen im Schlaf oft ihre Pfoten, als würden sie laufen, stoßen eigenartige Laute aus oder haben eine lebhafte Mimik. Auch an Ratten wurden einige Tests durchgeführt. Man erkannte, dass ihre Gehirnaktivität im Schlaf oft die gleiche wie bei der Nahrungssuche war, was nichts anderes heißt, als dass Ratten von Nahrung träumen. Möglicherweise träumen Tiere auch von vergangenen Erlebnissen, doch das ist bis jetzt noch nicht genau bewiesen.

Luzidträume

Luzidträume sind nichts anderes als so genannte „Klarträume“. Der Schlafende ist sich dabei des Träumens bewusst. Dies gilt als erlernbar, manche Menschen haben aber schon immer Luzidträume. Mehr dazu findest du im Kasten „Wie kann ich meine Träume beeinflussen?“.

Traumtagebücher

Viele haben vielleicht schon davon gehört. Ein Tagebuch, in das man seine Träume schreibt, um Regelmäßigkeiten oder irgendetwas anderes zu finden. Ich selbst besaß mal ein Traumtagebuch, doch ich wurde enttäuscht: Man kann sich einfach zu selten an die Träume erinnern, um sie aufzuschreiben. Aber das ist von Mensch zu Mensch anders.

[Kästchen:]
Träume in anderen Kulturen
Im Vergleich zu anderen Kulturen beschäftigen wir uns sehr wenig mit dem psychologischen Aspekt des Träumens. Im Buddhismus, Hinduismus oder überhaupt östlichen Religionen haben die Träume einen viel höheren Stellenwert. Dort betrachtet man die Traumwelt sogar als eine Möglichkeit, Einsichten darüber zu gewinnen, was nach dem physischen Tod mit dem Bewusstsein geschieht.
Die alten Chinesen errichteten Tempel für ihre neuen Herrscher, die in diesen ihre ersten Nächte im Amt verbrachten und auf Anweisungen der Götter in ihren Träumen warteten.
Doch auch einige der früheren Christen schliefen in heiligen Schreinen und erhofften sich Traumbotschaften von Heiligen und Märtyrern.

[Kästchen:]

Beispiele zur Traumdeutung

Hochhaus (Absturz) Spiegelt die versteckte Angst des Träumenden wieder, nicht nur Höhenangst, sondern auch die Angst, finanziell oder sozial „abzustürzen“.
Fliegen können Traum von Freiheit; Sehnsucht nach Abwechslung und Abenteuer, vielleicht auch nach etwas Neuem. Man könnte seinen „Horizont erweitern“.
Schwere Krankheit Wieder eine Angst; vielleicht hat man große Angst, krank zu werden, wenn beispielsweise etwas bevorsteht. Oder man ist wirklich krank.
Ereignis des Tages Beschäftigt einen ziemlich; falls man eine wichtige Entscheidung getroffen hat, sollte man noch einmal darüber nachdenken.
Urlaub Entweder Vorfreude auf Urlaub, oder totaler Stress - Erholung nötig!

[Bild: Fliegen-Fallen]

[Kästchen:]

Wie kann ich meine Träume beeinflussen?
Genau genommen kann man seine Träume nicht steuern oder beeinflussen, aber man kann versuchen, bewusst luzid zu träumen. Um bewusst luzid zu träumen, kann man die so genannte Reflexionstechnik oder die Intentionstechnik verwenden.
Bei der Reflexionstechnik versucht man, einen Traum als solchen zu erkennen, indem man sich tagsüber Fragen stellt wie: „Woher weiß ich, dass ich jetzt nicht träume?“ oder „Was wäre anders, wenn das hier alles ein Traum wäre?“
Um die Intentionstechnik zu nutzen, sucht man Auslöser in seinen Träumen, die einem bewusst machen, dass man träumt. Diese Auslöser sind meist Schlüsselsymbole, die wiederholt in Träumen vorkommen.
Ein wenig können wir unsere Träume auch beeinflussen, indem wir die Möbel unseres Schlafzimmers verstellen oder die Temperatur verändern. So träumt man in einem kalten Raum eher von etwas Kaltem, als in einem warmen Raum. Durch Helligkeit hat man unruhigere Träume, während Dunkelheit die Träume beruhigt.

[Kästchen:]

Albträume
Albträume werden auch Alpträume, Angstträume oder veraltet Nachtmahr genannt. Vorwiegend hat man sie in der REM-Phase, und meist dauern sie zwischen zwei Minuten und einer halben Stunde.
In Albträumen werden unverarbeitete Tagesgeschehen, traumatische oder traumatisierende Erlebnisse, Stress oder psychische Probleme verarbeitet, weshalb wir auch Angst, Panik oder andere unangenehme Emotionen empfinden. Doch im schlimmsten Moment wachen wir immer auf.
Der Name stammt von den Elben und Alben, die in der alten germanischen Mythologie für die Träume zuständig waren. Die Elben brachten die guten Träume, ein Alb aber hockte sich auf die Brust des Schlafenden, was ein unangenehmes Druckgefühl verursachte, und schickte ihm die Albträume.

Von Lilli Engel und Leon Stefanowski


Quellen: Das Traumbuch – David Fontana, ars edition 1998
Handbuch der Traumsymbole – Klausbernd Vollmar, Heyne 2007
Wikipedia

Bildquellen: Das Traumbuch
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/c ... eeping.jpg

Verfasst: Do 14. Aug 2008, 08:40
von Anzeige