Hey! Hier der Text. Leider hat sich derjenige, von dem ich ein paar Informationen kriegen sollte nicht zurück gemeldet. Ich hab jetzt also niemanden interviewen können

Deswegen ist es auch mit Fotos ein bisschen schwer. Ich hab jetzt keins mit nem Slammer weil das finde ich so ein bisschen anhaltslos ist, oder? Kann ja Jia mal doch noch eins schicken. Sagt mal was dazu!
Flora
Von Chicago in die Welt
Eine Lesebühne mit nur einem Lesenden, der seinen Stoff langweilig sachlich vorliest, und eine Menge still dasitzender Zuhörer, die sich nach der Lesung fragt, worum es eigentlich gerade ging, das ist nicht gerade das Tollste, was man sich vorstellen kann. Ein abwechslungsreicherer und sehr viel spannenderer Gegenvorschlag? Poetry Slam! Was das ist und wie es geht?
Erfunden wurde der Poetry Slam (deutsch: Dichterwettstreit) vor rund achtundzwanzig Jahren von einem gewissen Marc Kelly Smith aus Chicago. Auch ihn nervten die normalen Lesungen mit der Zeit und er beschloss, eine Alternative in die Welt zu setzen, bei der es um mehr ging, als um einen freudlos vorgetragenen Buchausschnitt. Bei Slam-Abenden treffen sich Kulturinteressierte in Kneipen und Clubs und wer will, kann in einem Wettbewerb zeigen, was er drauf hat. Hier werden nicht ganze Bücher berühmter Schriftsteller vorgestellt, sondern eigene Gedichte. Die Textart ist dabei gar nicht festgelegt, Lyrik, Comedy, alles ist erlaubt. Die Antretenden haben in der Regel 5/7 Minuten Zeit, um ihr Gedicht zu performen, wobei Kategorien wie langweilig, unbedeutsam oder auch einfach vorgelesen unerlaubt sind! Beim Poetry Slam werden die Texte laut geschrieen, leise geflüstert, wild gestikulierend oder mit Einbeziehen des Publikums rübergebracht, wichtig ist nur, sie lebendig zu machen. Gewertet wird von der Jury, die entweder aus einzelnen Mitgliedern oder gleich dem gesamten Publikum besteht. Dabei gibt es generell eine Punkteskala von 1-10: „Eins für ein Gedicht, das nie hätte geschrieben werden dürfen, zehn für ein Gedicht, das einen spontanen kollektiven Orgasmus im Raum auslöst.“(Bob Holman) Weitere Regeln gibt es kaum, lediglich, dass man als Slammer keine Gegenstände für die Umsetzung des Textes verwenden darf, die dem Publikum nicht auch zur Verfügung stehen, und dass der Gewinner des Abends einen Preis erhält, der unter anderem eine Qualifizierung für ein überregionales Slammen darstellen kann.
Slam-Abende gab es anfangs nur in Chicago, bis das Slammen immer mehr begeisterte Anhänger fand und sich über Bob Holman auch in New York verbreitete. Von NY aus fraß sich der Poetry Slam übers Radio bald in die ganzen restlichen USA vor und schließlich auch nach Europa und in die weite Welt. Seit 2004 gibt es sogar eine Slam-WM (beide bisherigen Male gewonnen von Buddy Wakefield, USA), doch dies ist eher ein schwieriges Unterfangen bei all den verschiedenen Sprachen. Inzwischen kann man auch in Berlin regelmäßig an zahlreichen Slam-Abenden teilnehmen mitmachen (siehe unten). Wer also Lust hat, seine dichterischen Fähigkeiten in aller Menge und mit Tipps zu verbessern, selber mal Andere zu bewerten, oder sich einfach einen schönen Abend zu machen, sollte endlich mal von all dem anderen Kram wegkommen und endlich beim Poetry Slam ansetzen!
Tipps für Veranstaltungen:
- 1. Dienstag im Monat: Kato Kreuzbergslam
- 1. Mittwoch im Monat: Potsdam potsdam.de
- 1. Donnerstag im Monat: Acud u20slam.eu
- 1. Freitag im Monat: Rosis rosisslam.de
- 3. Freitag im Monat: Bastard spokenworldberlin.de