Nun ja... gedulden musstet ihr euch ja nun ein bisschen länger als erwartet - auch von meiner Seite

Aber letztendlich ist er fertig ... es sei denn, es gibt noch Kritikpunkte, an die ich mich sofort ransetzen würde, um sie noch zu verbessern, bevor alles zu spät ist^^
Partygeschichte
Den Begriff „Party“ auf nur eine einzig mögliche Art von Feiern festzulegen, wäre nicht nur beschränkt, sondern auch anmaßend. Es gibt heutzutage so viele verschiedene Möglichkeiten und auch Anlässe zu feiern, dass sich ein solcher Begriff kaum auf die eine Art und Weise beziehen kann.
Was heute allgemein von Jugendlichen als „Party“ gefeiert wird, wird, streng genommen, eingeteilt in Feste und Feiern. „Feste wirken gemeinschaftsstiftend, darum erfüllen sie unter heutigen Verhältnissen eine bedeutsame erziehende Funktion.“, so schreibt es die Universität Koblenz-Landau. Feste sollen ein vom Alltag herausgehobener Zeitraum sein und außerdem zyklisch auftreten, so sind Sonntage mal der wöchentliche Ruhetag und außerdem Kirchentag gewesen (bzw. noch früher der Sabbat), Weihnachten sowie Ostern zählen zu den „jahreszyklischen“ Festen und Geburtstage zu den „individualzyklischen“. Zudem kommen nationale/ politische Feiertage wie in Deutschland der Tag der Deutschen Einheit dazu.
Feiern dagegen sind eine, oft durch ein Programm geregelte, Veranstaltung. Durch eine Feier möchte man etwas Bestimmtes hervorheben; sie ist einmalig, dient einem Zweck und kann willkürlich veranstaltet werden.
Wann genau Menschen angefangen haben, Feste oder Feiern zu veranstalten, kann natürlich niemand genau sagen; wer weiß, was die Urzeitmenschen schon so alles in ihren Höhlen getrieben haben?
Die frühesten Feste und Feiern, von denen wir heute auf jeden Fall wissen, wurden im alten Ägypten abgehalten. Das Feiern sollte ursprünglich als Moment angesehen werden, in dem der Mensch von der Gottheit erfasst werden konnte. Zum Sedfest z.B. sollte der Pharao seine Lebensenergie erneuern und mit Millionen von neuen Lebensjahren überschüttet werden.
Auch im antiken Rom mangelte es nicht an Anlässen zum Muntersein: Es soll sogar Zeiten gegeben haben, in denen die Zahl der „dies nefasti“ (Tage, an denen keine Gerichtsversammlungen statt finden durften) die der „dies fasti“ überwog. Offiziell hatten alle römischen Feiertage einen religiösen Charakter. Gerade im antiken Rom kommt allerdings eine weitere Gattung solcher Festlichkeiten in Aufschwung, die heute gerne als Party, teilweise als Fete, oder auch als Orgie bezeichnet wird. Bei solchen Anlässen ging es den Besuchern oft gar nicht darum, jene bestimmte Person, die sie eingeladen hatte, zu feiern, sondern politische Kontakte zu knüpfen, um diese dann später spielen zu lassen. Denn Kontakte waren schon damals alles – oder sollte man sagen, zu jener Zeit wurde dieses Netz der politischen Intrigen erst ersponnen? Diese Behauptung, denke ich, ist wohl zu weit hergeholt. Vielmehr wurde dieses Netz in der Antike durch feine Stickereien und Kreuzstiche so fein verziert, dass es nach außen hin tadellos aussah, aber innen so verstrickt war, dass keiner mehr durchsah.
Ungeachtet eben gemachter Ausführungen geht es erst einmal weiter durch die Geschichte; denn Feste und Feiern haben ja nicht bei den guten, alten Römern aufgehört. Nein, sie haben, wie wir eben gelesen haben, gerade erst angefangen: im Mittelalter galten Feste nicht nur als Ablenkung vom Alltag sondern als Zeichen für Wohlstand und Reichtum. Somit waren die meisten vom Hof ausgerichteten Feste auch auf ausgewählte Gäste beschränkt, wobei kirchliche Feiertage Anlass für das ganze Volk waren, einmal vom ewigen Ackern zu ruhen. Bei ersteren gab es wohl eine strenge Etikette, da unter anderem auch politische Bündnissen mit solchen „Tafelrunden“ geehrt wurden, wobei letztere, die dem Volk gewidmeten Feste, wohl kaum strengen Regeln unterlagen, sondern eher einen Ausgleich für die sonstige harte Arbeit darstellen sollten.
Im Barockzeitalter galt das Motto „Mehr ist mehr“. Dabei wurden solche Feste gut und gerne auch so in die Länge gezogen, dass sie mehrere Tage, wenn nicht mehrere Wochen, andauerten. Der Feierrekord liegt wahrscheinlich bei Leopold I., dessen Hochzeit 1666/67 ein Jahr dauerte und unter anderem eine echte Seeschlacht im Hof als Programmpunkt beinhaltete.
Um auf das Wort Party zurückzukommen – ursprünglich stammt der Begriff aus dem englischen Gesellschaftsleben und bedeutete ein zwangloses häusliches Beisammensein in Gesellschaft (wobei dieses „zwanglos“ als mehr oder minder aufgesetzt genommen werden kann). Nach dem Krieg, mit der aufkommenden Teenagerkultur fand das Wort Eingang in die deutschsprachige Kultur und erfuhr einen Bedeutungswandel. Heute mit anderen „Party zu machen“ kann auf vielerlei Weise ausgelegt werden; die harmloseste wäre, sich zu Hause mit Freunden hinzusetzen und Orakel zu spielen (Orakel = neuer Begriff für das gute, alte Flaschendrehen), die aggressive Variante dagegen, mit einigen Flaschen Hochprozentigem durch die Straßen zu ziehen und Autos anzuzünden.
Ob sich die Masse mit einem der beiden Extreme überhaupt identifizieren kann, ist, vorsichtig gesagt, fraglich. Was also ist die heutige „Party“ für eine Feier? Oder ist sie doch ein Fest? Welchem Zweck dient sie?
Viele Jugendliche sehen in Partys die Möglichkeit, sich nach langen Schulwochen zu entspannen. Andere möchten neue Leute kennen lernen. Gerade dieser Punkt scheint den meisten am Herzen zu liegen. Doch warum? Reicht es nicht, eine mit 900 Mann besetzte Schule zu besuchen? Vielleicht fühlt man sich denen nicht nah genug. Und man meint, wenn man eine Party besucht, lernt man Leute kennen und dann macht es *knall* und man ist wie ein Herz und eine Seele? Nein, natürlich nicht, aber die Chancen vergrößern sich, dass es der Richtige ist. Außerdem werde ich von Fremden wenigstens noch als interessant angesehen. – So oder so ähnlich werden einige denken, wenn sie überhaupt je über die Gründe über ihre Partylust nachgedacht haben.
Diese fortschreitende Bereitschaft, mit völlig Unbekannten auch über tiefere Dinge zu sprechen (s. Internetforen) zeugt von dem wachsenden Individualismus, aber auch Egoismus dieser Gesellschaft. Vielleicht ist „Party machen“ ein Symptom davon. Aber vielleicht ist es ja auch bloß das Grundbedürfnis des Menschen nach Unterhaltung...