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By Heart Interview

Verfasst: Mi 4. Feb 2009, 10:37
von flora
Hey ihr. Also so ein paar Formsachen hatte mir Friederike schon gesagt, die muss ich dann noch ändern. ich stell den artikel jetzt trotzdem schon mal rein, damit ihr noch alles andere beurteieln könnt und sagt, was ich noch ändern soll und so =) Des weiteren wäre es super, wenn ihr irgendwelche Ideen zu einer Überschrift hättet. Ich überleg schon die ganze zeit, nur fällt mir nicht wirklich was kreatives ein =)
Flora


By Heart


By Heart ist eine aus vier Männern bestehende Band aus Schweden, die 1995 von den damals noch Jugendlichen gegründet wurde und die seitdem einen mit Coldplay zu vergleichenden Pop-Rock macht. Bekannt sind Benjamin Tholl (Gesang u. Gitarre), Leonardo (Gitarre), Simon Liebe (Gesang, Bass) und Manuel Martinez (Schlagzeug) aus Stockholm vor allem für ihre spontanen Performances auf berühmten Plätzen in ganz Europa: Der Rote Platz in Moskau, der Parc du Champs de Mars unterm Pariser Eiffelturm oder der Alexanderplatz in Berlin-Mitte. Im folgenden Interview erzählen Benjamin und Simon über ihre Erfahrungen mit der Straßenmusik, dem Songwriting, der Entstehung ihres Debutalbums Exit Signs und darüber, wie man sich im Laufe der Zeit verändert.

Schlagader: Angefangen habt ihr ja als Schülerband. Aber hättet ihr damals schon gedacht, dass ihr es mal soweit schaffen würdet?
By Heart: Wir haben es nicht direkt erwartet, aber es ist schon das, was wir immer schaffen wollten. Das war der Grund, aus dem wir in der Band sind und sie gegründet haben. Es ist eine Lüge, dass wir es nur zum Spaß gemacht haben.

Schlagader: Wie habt ihr letztendlich zu eurem eigenen Sound gefunden?
Benjamin: Man hat von bestimmten Dingen immer ein Bild vor Augen und wir versuchen, das mit unserer Musik darzustellen. Auf Exit Signs haben wir einfach versucht, gute Songs zu schreiben, aber wir haben nicht nach einem bestimmten Plan gearbeitet und uns gesagt, wie wir direkt klingen wollen.
Simon: Wir haben uns über die Jahre sehr verändert und hörten uns nicht immer so an wie jetzt. Exit Signs ist auch mehr eine Compilation unserer besten Songs der letzten paar Jahre, als ein normales Album.
Benjamin: Unsere anfängliche Musik klang einfach nur schrecklich. Jetzt hatten wir Jahre über Jahre zum Üben. Jetzt klingt die Musik nicht mehr scheiße sondern gut.

Schlagader: Hattet ihr bei alldem Vorbilder? Und wenn ja, wie habt ihr euch von ihnen gelöst?
Benjamin: Simon und ich sind große Beatles-Fans. Wir hören generell viele Bands, die richtige Melodien haben, weil Melodien uns sehr wichtig sind. Aber bei uns ist das nicht so, dass wir ein paar Bands haben, die wir alle zusammen hören und die dann unsere Vorbilder sind. Wir lassen uns viel durch Literatur und das Leben an sich beeinflussen.
Oft frage ich mich, was ich eigentlich will und was der Musik fehlt. Ich habe so die Nase voll von der typisch englisch-amerikanischen Art des Songschreibens. Ich möchte nicht immer nur weich und lieblich klingen. Wenn ich sauer oder traurig oder angepisst bin, dann muss ich das auch in den Songs ausdrücken können.

Schlagader: Trotzdem werdet ihr immer wieder mit anderen großen Bands wie U2 und Coldplay verglichen. Wie reagiert ihr auf solche Vergleiche?
Simon: Das ist eine große Überraschung für uns. Irgendwie können wir es verstehen, wenn zum Beispiel die Gitarren manchmal wie bei U2 klingen. Trotzdem ist es eine große Ehre, mit solchen Bands verglichen zu werden, es fühlt sich gut an.
Benjamin: Wahrscheinlich ist es auch so, dass man sich automatisch ein bisschen so anhört, wie die Bands, deren Musik man hört. Trotzdem sagen wir uns nie, dass wir zum Beispiel in die Coldplay-Richtung gehen wollen. Das passiert einfach.

Schlagader: Ihr spielt ja sehr oft auf der Straße. Macht ihr das dann akustisch oder hört es sich wirklich so an, wie auf dem Album?
Benjamin: Das Geheimnis ist, nicht akustisch zu spielen, sondern mit elektrischen Gitarren, Schlagzeug usw. Wir wollen möglichst authentisch klingen. Unsere Musik klingt sehr viel wie auf dem Album. Deswegen mögen es die Leute auch so gern. Weil wir nicht wie typische Straßenmusiker sind, mit Panflöten und Akustikgitarren. Wir wollten immer Rock ’n Roll auf der Straße spielen.

Schlagader: Wenn ihr auf der Straße spielt, bekommt ihr ja sicher viel mehr von euren Fans und Zuhörern mit, als in einer Konzerthalle. Welche Unterschiede gibt es denn in Bezug darauf in den verschiedenen Ländern und Städten in denen ihr spielt?
Simon: So große Unterschiede gibt es da gar nicht. Aber hier in Deutschland zum Beispiel haben wir immer sehr viele Zuhörer.
Benjamin: Die beste Stadt für Straßenmusik ist eigentlich Hamburg. Jedes Mal, wenn wir da gespielt haben, hatten wir ungefähr 400 Zuhörer, die die Straße blockierten. Es gibt viele junge Leute, denen die Musik sehr wichtig ist und die dann auch unser Album kaufen. Ältere Leute kaufen unsere CDs zwar auch manchmal, aber dann nicht der Musik wegen, sondern um uns zu unterstützen oder um die CD ihren Kindern zu schenken oder so.

Schlagader: Aber kündigt ihr eure Performances an oder packt ihr einfach nur euer Zeug aus und fangt an zu spielen?
Benjamin: Wir fangen einfach an, zu spielen. Es braucht höchstens ein, zwei Songs, bis sich eine Menge Menschen um uns gebildet hat. Wahrscheinlich mögen uns die Menschen auch einfach, weil es so merkwürdig aussieht, wie wir da stehen.

Schlagader: Wozu braucht denn eine Band wie By Heart, die so viel auf der Straße spielt und damit auch erfolgreich ist, noch eine Plattenfirma und eine richtig produzierte CD?
Benjamin: Anfangs haben wir noch alles selbst gemacht, aber das war mit der Zeit ganz schön stressig. Jetzt haben wir jemanden, der für unsere Website sorgt, ein Management, das sich um alle E-Mails kümmert und Interviews organisiert. Es gibt so viele Dinge, die man ohne Plattenfirma machen muss, sodass man kaum zum Musikspielen kommt. Außerdem wäre ohne Plattenfirma auch eine Tour gar nicht möglich.

Schlagader: Wo ihr vorhin schon Deutschland angesprochen habt – ihr habt mal in Berlin gewohnt?
Benjamin: Ja, vor zwei Jahren haben wir hier gewohnt. Wir hatten alle zusammen eine Wohnung in Pankow. Aber es war zu stressig, zu viert in einem so kleinen Apartment zu leben. Deswegen sind wir wieder nach Stockholm gezogen.
Simon: Ich glaube, wir gehören einfach nach Stockholm. Trotzdem haben wir die Zeit in Berlin alle genossen!

Schlagader: Wo ihr jetzt das beste Beispiel dafür seid, wie viel aus einer Schülerband werden kann, habt ihr da auch Tipps für Anfänger?
Simon: Man kann da keine richtigen Anweisungen geben. Wir haben auf jeden Fall viel durch Live-Auftritte gelernt.
Benjamin: Es ist vor allem unwichtig, wie viel Werbung man macht oder wie viele My Space-Seiten man hat, sondern es geht darum, einfach gute Songs zu schreiben. Das braucht viele Jahre des Übens. Damit will ich nicht sagen, dass wir die perfekten Songs schreiben. Man sollte sehr selbstkritisch sein und Songs auch mal umschreiben, wenn sie nicht gut sind und aus seinen Fehlern lernen. Das haben wir zumindest immer so gemacht.

Verfasst: Mi 4. Feb 2009, 10:37
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