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Schulsysteme

Verfasst: Sa 25. Okt 2008, 13:01
von leon
Für den schon länger geplanten Artikel über deutsche un andere Schulsysteme sollten 2 Seiten nötig sein. Nach dem letzten Stand der Einigung mit Juliane wollte sie den Teil über Waldorfschulen schreiben, in den auch ein Interview einfließen sollte. Ich wollte zuerst einen Einleitungstext schreiben, in dem deutlich wird, das keines der Systeme perfekt für alle sein kann. Dann macht sich aufgrund der Länge des Artikels wieder eine Art Kästchengliederung ganz gut. Es müssen keine Kästchen sein, aber einzelne, voneinander mehr oder weniger unabhängige Abschnitte, in denen die Systemen mit ihren Vor- und Nachteilen vorgestellt werden. Man könnte folgende Systeme nehmen:
Die Dreiteilung hierzulande, dann die neuartigen geplanten Gemeinschaftsschulen, Waldorfschulen (die einen droßen Teil des Artikels in Anspruch nehmen, da sie sicher sehr interessant sind), das neue Grundschulsystem, welches vielen Schülern unserer Schule wahrscheinlich auch noch nicht ganz bekannt ist, auch dort könnte ich ein Interview einfließen lassen, und eventuell noch ein ausländisches Systen, z.B. das Finnische, das ja sehr gut sein soll.
Am Ende sollte vielleicht noch eine kleine Zusammenfassung sein, aus der hervorgeht, das man hofft, das jeder sich eine Meinung hat bilden können.

Verfasst: Sa 25. Okt 2008, 13:01
von Anzeige

Re: Schulsysteme

Verfasst: Mi 29. Okt 2008, 11:20
von Maria
Das klingt sehr überzeugend. Ich würde sagen, dass ihr auch gern 3 Seiten haben könnt, wenn ihr das Gefühl habt, wichtige Informationen könntet ihr auf 2 Seiten nicht unterbringen. Aber nicht mehr als 3 Seiten, das würde dann doch zu sehr dominieren.
Die Themenauswahl finde ich gut. Ihr müsst euch unbedingt eine überzeugende Illustration überlegen, die nicht nur aus den Gesichtern der Interviewten besteht.

Re: Schulsysteme

Verfasst: Mi 29. Okt 2008, 13:14
von freak_jp
Kann ich vielleicht nochmal die Telefonnummern oder Emailadressen von den Leuten haben, di eLeute auf einer Waldorfschule kannten? Ich würde die Interviews ja gern noch in den Herbstferien halten... Ich glaube, Flora kannte jemanden und jemand aus der 9. oder?

Re: Schulsysteme

Verfasst: Mi 12. Nov 2008, 19:05
von leon
Hier ist nun der Artikel. es fehlt noch der Waldorf-Teil von Juliane.

Alle wollen lernen lernen
-verschiedene Schulsysteme vorgestellt-

Die Schule – für uns Schüler ein täglicher Aufenthaltsort. Wir besuchen den Unterricht, gehen in die Pause, machen Hausaufgaben oder lernen zu Hause. Für die einen ein interessantes Gesprächsthema, für die anderen eben nicht. Aber wir alle nehmen sie täglich war: Die Auswirkung der Politik auf unseren Schulalltag. Ist es da nicht wichtig, auch einmal über diese Bildungspolitik nachzudenken? Bestimmt. Und am besten fängt man mit dem einfachsten an, was sich (nach einiger Betrachtung) als erstaunlich schwierig und komplex herausstellt – Das Schulsystem.
Oder besser: Die Schulsysteme. Denn davon gibt es zahlreiche. Hier haben wir für euch ein paar bekannte und weniger bekannte vorgestellt:

Aller Anfang ist schwer – Die Grundschule
Da werden sich doch jetzt einige Fragen, warum denn hier die Grundschule als Bildungssystem angeführt wird. Eigentlich sollte sie doch ein Oberbegriff sein für verschiedene Schulsysteme, die von der ersten bis zur vierten bzw. sechsten Klasse gehen. Das ist auch eigentlich so. Jedoch hat sicher jeder mitgekriegt, dass das Grundschulsystem verändert wurde. Die einen unter uns werden vielleicht schon davon gehört haben, aber anderen, die ganz sicher auch dabei sind, scheint das jetzt wohl neu zu sein. Zum einen tritt die Schulpflicht schon ab 5,5 Jahren in Kraft. Kinder, die zum Schulbeginn nach den Sommerferien dieses alter also bereits erreicht haben, müssen eingeschult werden. Die Vorschule fällt weg, stattdessen gibt es die so genannte Schulanfangsphase, die der zweiten und dritten Klasse entspricht. In dieser Phase können die Kinder 1, 2 oder 3 Jahre bleiben, je nach ihrem Entwicklungsstand. Zudem soll es mehr Ganztagsschulen geben, in denen man z.B. zur gesonderten Sprachförderung täglich bis 16:00 Uhr bleibt. Dabei ist natürlich nicht die ganze zeit über Unterricht, sondern nach dem Unterricht gibt es eine Art Hort, die Hausaufgaben werden erledigt und es werden verschiedenste Projekte durchgeführt. Das mag sich für so manchen vielleicht lang anhören, dem kann ich jedoch widersprechen. Ich selbst besuchte bis zur 4.Klasse eine Europaschule, also auch eine Ganztagsschule, in der die Klasse zur Hälfte aus portugiesisch sprechenden Kindern bestand. Die lange Schulzeit ist Gewöhnungssache: Wenn man von der ersten Klasse an so lange in der Schule ist, dann ist das überhaupt nicht merkwürdig. Ganz im Gegenteil: Als ich dann auf die rlo kam, war ich über den früheren Unterrichtsschluss überrascht.
Um sich ein Bild von der Meinung der „Betroffenen“ zu machen, befragten wir einen Grundschüler und dessen Eltern. Der Grundschüler (Noah Kirov) war eigentlich rundum mit dem System zufrieden. Er wollte jedoch nicht an eine Ganztagsschule, da ihm das Erledigen der Hausaufgaben zu Hause am meisten Spaß machte. Er bestätigte auch, dass die andersaltrigen Schüler sich untereinander gut halfen. Er wäre auch lieber noch früher eingeschult worden, da ihm die Schule viel Spaß bereitet. Seine Mutter (Sibel Kirov) stand dem jedoch skeptisch gegenüber: Mit 5,5 Jahren könnten die Schüler noch nicht genug Verantwortung übernehmen und sollten lieber die Möglichkeit haben, noch zu spielen. Sie ist für die Wiedereinführung des alten Systems, jedoch nur, wenn das Einschulalter wieder hoch gesetzt wird. Außerdem bemängelte sie, dass zu wenig Druck herrsche, und die Schüler eventuell ohne leichten Leistungsdruck nicht genug Anreiz haben, um ihr volles Potenzial auszuspielen.

Aller guten Dinge sind drei – Das dreigliedrige Schulsystem
Ob dieser Dinge wirklich so gut ist, wird derzeit heftig diskutiert. Nach diesem System kommen die Schüler nach der Grundschule, also in Berlin normalerweise nach der 6. Klasse,
je nach Leistung an eine Hauptschule, eine Realschule oder an ein Gymnasium. Alternativ gibt es noch die Möglichkeit einer integrierten Gesamtschule, die an anderer Stelle erörtert wird. Nun zu den drei „weiterführenden Schulsystemen“:

Hauptschule:
Die Hauptschule hat ist eine allgemein bildende Schule, die den Schülern ein grundlegende allgemeine Bildung vermitteln soll. Normalerweise geht sie von der 7. bis zur 10. Klasse, es gibt also nur die Sekundarstufe I. Danach haben die Schüler die Möglichkeit, auf eine gymnasiale Oberstufe zu wechseln. Der Unterricht an der Hauptschule ist stark praxisorientiert, auf Forschung wird dennoch nicht verzichtet. So gibt es zum Beispiel das Fach Arbeitslehre, das zu den Hauptfächern gehört. Am Ende der 10. Klasse erhält man den Hauptschulabschluss bzw. die Berufsschulreife.

Realschule:
Ähnlich wie die Hauptschule ist auch die Realschule praxisorientiert und auf das Berufsleben vorbereitend. Sie soll eine erweiterte Grundbildung vermitteln. Auch auf der Realschule gibt es 10 Klassen und die Möglichkeit, danach eine gymnasiale Oberstufe zu besuchen. Der Abschluss ist die mittlere Reife bzw. die Fachoberschulreife.

Gymnasium:
Das Gymnasium soll eine vertiefte Grundbildung vermitteln. Es beinhaltet die Sekundarstufe I und die gymnasiale Oberstufe(Sekundarstufe II), geht also von der 5. bzw. 7. Klasse bis zur 12. bzw. 13. Klasse. Die Einzelheiten eines Gymnasiums an dieser Stelle zu erläutern wäre nicht sinnvoll, da wir uns alle selbst ein Bild davon machen können und sicher auch schon gemacht haben.

Um auf die Diskussion über dieses System zurückzukommen – Viele bemängeln, dass die Schüler in der 4.Klasse und auch in der 6.Klasse ihr wirkliches leistungspotenzial noch nicht entfaltet haben und sich daher zu leicht für die falsche schule entscheiden könnten.

Alle zusammen – Die Gesamtschule
Grundsätzlich muss zwischen zwei Arten der Gesamtschule unterschieden werden. Der Kooperativen Gesamtschule und der Integrierten Gesamtschule. Bei ersterer handelt es sich einfach um die drei normalen weiterführenden Schulen „in einem Haus“, die unabhängig voneinander agieren. Bei der Integrierten Gesamtschule können die Schüler verschiedene Kurse wählen, den Förder-, Grund- und Erweiterungskurs. Sie machen dann entsprechend ihren Kursen ihren Abschluss. Dadurch gibt es so gut wie kein „Sitzen bleiben“; wenn jemand in einem Fach zu schlecht ist, so wählt er einfach einen einfacheren Kurs.

[Sonderschulen: Waldorf]

Wir hoffen, dass wir euch einen kleinen Eindruck von der Vielfalt der Schulsysteme vermittelt haben. Und wenn nun ihr meint, ihr wüsstet nun alles darüber – falsch gedacht! Denn es gibt noch alle anderen Länder dieser Welt, die alle noch weitere Systeme haben. Aber das muss dann wirklich nicht jeder wissen.

Quellen:
http://www.grin.com/e-book/109416/bildu ... eiligungen
Statistisches Bundesamt, Fachserie 11, Reihe 1
http://de.wikipedia.org/wiki/Integrierte_Gesamtschule
http://de.wikipedia.org/wiki/Hauptschule
http://de.wikipedia.org/wiki/Realschule
http://www.carto.net/andre.mw/photos/20 ... erjoch.jpg

Bilder:
- Schema zum Bildungssystem
- Bild mit Wegweiser: Gymnasium, Haupt- oder Realschule?

Re: Schulsysteme

Verfasst: Fr 14. Nov 2008, 00:03
von Jia
leon hat geschrieben: Für die einen ein interessantes Gesprächsthema, für die anderen eben nicht.
[...] Jedoch hat sicher jeder mitgekriegt, dass das Grundschulsystem verändert wurde. Die einen unter uns werden vielleicht schon davon gehört haben, aber anderen, die ganz sicher auch dabei sind, scheint das jetzt wohl neu zu sein. [...]

--> Das ist "Gelaber"

Mir fehlt der Alternativvorschlag, das zweigliedrige Schulsystem. Ohne den Vergleich mit diesem System, das die Politik ja einführen will, ist der ganze Artikel leider wenig relevant, egal wie gut er gelungen ist! Denn ansonsten hast du's ja sehr gut zusammengetragen. :)

Re: Schulsysteme

Verfasst: Fr 14. Nov 2008, 18:09
von leon
Zu der Anmerkung von Jia:
Ich hatte je versucht, die neuen Änderungsvorschläge mit zu integrieren, jedoch ist das gar nicht so einfach, weil es ja mehrere Vorschläge gibt. So habe ich z.B. folgende gefunden:
1. eingliedriges Schulsystem: bis zur 10.Klasse alle in einer Schule (GEW)
2. zweigliedriges Schulsystem: Gymnasium bleibt bestehen, alle anderen (auch Sonderschulen) in einer Sekundarschule untergebracht (SPD) ---> verworfen
3. Gemeinschaftsschule (SPD) ---> Konzept noch nicht fertig
4. dreigliedriges Schulsystem: Gymnasium, Realschule, Aufbauschule = Haupt- + Gesamtschule (CDU)

Es ist also nach meinem Kenntnisstand nicht nur ein System geplant. Man könnte eventuell einen zukunftsbezogenen Teil anfügen, der nach der grundlegenden Information über die Möglichkeiten informiert. Dann gäbe es jedoch ein Platzproblem. Maria meinte jedoch anfangs, dass auch drei Seiten für den Artikel in Ordnung wären. Man könnte dann, um den lesefluss nicht durch zuviel Text zu unterbrechen, den zukunftsbezogenen Teil anschließend als beinahe unabhängigen Text auf die folgende Seite machen. Was hältst du davon?

Zum "Gelaber":
Könntest du mir vielleicht konkrete Änderungsvorschläge nennen? Mir ist dieses "Gelaber" auch schon aufgefallen, aber ich fand es gar nicht so schlecht. Jedenfalls fand ich es besser, als die Informationen ohne "persönliche" Einleitung zu geben.

Re: Schulsysteme

Verfasst: Mi 19. Nov 2008, 00:07
von freak_jp
Gut, mit einiger Verspätung, kommt hier nun auch der zweite Teil... Ich hoffe, er ist nicht allzu umfangreich geraten... :)

Waldorfschulen – ein allseits umstrittenes Thema, zu aller erst von ehemaligen Schülern dieser ‚staats- und kirchenunabhängigen’ Institution, die vom Staat mitfinanziert werden. Doch worüber streiten, wenn man doch eigentlich nichts von dieser Schulart weiß, außer, dass an ihr das Alphabet zu tanzen gelernt wird? Um über zumindest einige der bisher herrschenden Vorurteile aufzuklären und ein wenig Licht in dass allgemeine Dunkel zu bringen, dazu sollen die folgenden Zeilen dienen.
Waldorf-Pädagogik ist eine Form der Pädagogik, die in Waldorf-Schulen auf der Basis des Werkes von Rudolf Steiner (1861-1925) ausgeübt wird. Die erste Waldorf-Schule wurde 1919 in Stuttgart von dem Direktor der Waldorf-Astoria-Cigarettenfabriken, Emil Molt, gegründet. Ihr erster Leiter war Rudolf Steiner. Die Leitideen, die er für die Waldorf-Pädagogik erarbeitete, beruhen auf der Anthroposophie. Die Waldorf-Schulen waren zwischen 1938 und 1945 im Dritten Reich sowie auch 1948 bis 1989 durch das DDR-Regime verboten. Heute existieren über 140 Waldorf-Schulen in Deutschland. Steiner glaubte in höheren Welten Wahrheiten gesehen zu haben, die nur über einen von ihm entwickelten „Schulungsweg“ wahrgenommen werden können. Über die von ihm erdachte Lehre schreibt man auf waldorfschule.info Folgendes: „Anthroposophie antwortet auf das Bedürfnis des Menschen, ein von Bewusstheit gestaltetes Verhältnis zur übersinnlichen, d.h. zur nicht durch die menschlichen Sinne erfahrbaren Welt zu gewinnen.“
Anthroposophie sei keine Lehre, sondern eine Weltanschauung. Es soll eine Methode sein, eigenständige Forschung auf „geistigem Gebiet“ zu betreiben. Ziel sei ein individueller, aber dennoch systematischer Zugang zu Phänomenen der „übersinnlichen Welt“. Man könnte sich auch noch weiter über die Anthroposophie auslassen, da das allein schon Diskussionsstoff für eine ganze Ausgabe geben würde. Aber inwiefern wirken sich diese Theorien auf den Schulalltag aus? Werden die Kinder indoktriniert? Kommen sie alle als kleine Steiners aus der Schule? Um den auf den Grund zu gehen, sollte man sich auf jeden Fall zunächst die allgemeinen Regelungen für die Schulen ansehen und dann die Meinungen derer, die diese Schule besucht haben.
Die Waldorf-Schulen sind Gesamtschulen, die in zwölf Schuljahren zum staatlich anerkannten Abitur führen und einen Ausgleich zwischen wissenschaftlichen und praktisch-künstlerischen Ausbildungsinhalten suchen. Sie unterscheiden sich von staatlichen Schulen vor allem dadurch, dass sie Privatschulen sind, und somit monatlich von den Eltern bezahlt werden müssen. Allerdings kämen die Schulen mit diesen Geldern allein nicht aus und beziehen somit laut Grundgesetz Artikel 7, Absatz 4 auch rechtmäßig staatliche Hilfe. Dieses nämlich schreibt für Schulen in freier Trägerschaft gleichwertige pädagogische Leistungen und ein Verbot der Sonderung der Schüler nach den finanziellen Verhältnissen der Eltern vor. Gleichzeitig betiteln sich Waldorfschulen trotzdem als staatsunabhängig.
Zudem ist Eurythmie ein Pflichtfach, das vom Waldorfkindergraten bis zur zwölften Klasse unterrichtet wird. Eurythmie ist eine expressive Tanzkunst, die Anfang des 20. Jh. um Rudolf Steiner entstand, und soll Sprache und Musik bildhaft durch Bewegung darstellen. Dies wird als seelische Gymnastik angesehen.
Weitere Differenzen zu staatlichen Bildungseinrichtungen stellen die acht statt der üblichen vier Prüfungsfächer im Abitur dar. Zwei Fremdsprachen werden bereits ab dem ersten Schuljahr gelehrt, Noten gibt es allerdings bis zur 9. Klasse nicht. Als Vorreiter sieht sich die Waldorfschule außerdem noch in der Selbstverwaltung der einzelnen Schulen, dass sie Schüler nicht sitzen bleiben lässt und die allgemeine und berufliche Ausbildung verbindet.
Mit der Selbstverwaltung (Autonomie) der Schulen ist auch gemeint, dass es keine Lehrpläne gibt. Es gibt wohl sogenannte „Empfehlungen“, an die sich auch größtenteils gehalten wird, allerdings hängt die Wissensvermittlung, die als reine Paukerei verstanden wird, stark vom Lehrer und eben der Schule selber ab. Somit kann man an Waldorfschulen geraten, die relativ kleine Klassen haben, individuell auf jeden Schüler eingehen, gute Textzeugnisse schreiben und gerade kleinen Kindern praxisorientiert viel beibringen. Viele berichten jedoch auch von Schulen mit zu großen Klassen, mit Lehrern, die überhaupt keine Kontrolle mehr über die Gruppe hatten, da sie ihre Autorität schon in der dritten Klasse verloren haben, dass die Schüler bis zur neunten Klasse nichts gelernt haben, dann aber unter enormen Leistungsdruck standen, da es ja dann Noten gab und, dass sie letztendlich von dem Einfühlungsvermögen in die Gemüter zarter, sich entwickelnder Persönlichkeiten wenig gemerkt haben. Da es keine Lehrpläne gibt, kann man Unterrichtsstoff selbst nicht vergleichen, allerdings wird des Öfteren berichtet, dass in Geschichte Sagen und Legenden den Vorrang hätten.
Von Indoktrination an Waldorfschulen zu sprechen, wäre allgemein gesagt, eindeutig falsch. Und auch die Erziehung kann zumindest nicht vernichtend sein, denn wie könnte es sonst so viel Kritik von Leuten hageln, die ihre gesamte Bildung nur an eben solchen Schulen „genossen“, jedoch heute durchaus zu differenzierten und logischen Argumenten fähig und bereit sind?

Re: Schulsysteme

Verfasst: Mi 19. Nov 2008, 19:13
von leon
Huch, das soll eine Seite sein? zusammen haben wir nun ca. 12 000 Zeichen, plus den Zukunftsteil macht dann ca. 15 000. Also, entweder wir nehmen den Zukunftsteil doch raus und beschränken uns auf eine rein gegenwärtige Information, oder wir brauchen 4 Seiten. ich bin für ersteres.

Re: Schulsysteme

Verfasst: Do 20. Nov 2008, 18:20
von leon
Ich werde die jetzigen Teile an das Layout schicken. Den Teil, der sich noch auf die geplanten Systeme beziehen sollte, ließ ich aus Platzgründen weg, dafür schrieb ich am ende folgende Begründung:
[...] Zudem ist sicherlich zu beachten, dass auch weitere Schulsysteme in Planung sind, insbesondere, um das dreigliedrige Schulsystem zu ersetzen. Diese sind ihr nicht aufgeführt, da sie in der Praxis noch nicht umgesetzt wurden und man daher (noch) keinen Eindruck von deren tatsächlicher, sondern nur von deren geplanter Funktionsweise vermitteln könnte.
Selbst so sind es sehr viele Zeichen.
Hier ist also noch einmal der ganze Artikel:

Alle wollen lernen lernen
-verschiedene Schulsysteme vorgestellt-

Die Schule – für uns Schüler ein täglicher Aufenthaltsort. Wir besuchen den Unterricht, gehen in die Pause, machen Hausaufgaben oder lernen zu Hause. Für die einen ein interessantes Gesprächsthema, für die anderen eben nicht. Aber wir alle nehmen sie täglich war: Die Auswirkung der Politik auf unseren Schulalltag. Ist es da nicht wichtig, auch einmal über diese Bildungspolitik nachzudenken? Bestimmt. Und am besten fängt man mit dem einfachsten an, was sich (nach einiger Betrachtung) als erstaunlich schwierig und komplex herausstellt – Das Schulsystem.
Oder besser: Die Schulsysteme. Denn davon gibt es zahlreiche. Hier haben wir für euch ein paar bekannte und weniger bekannte vorgestellt:

Aller Anfang ist schwer – Die Grundschule
Da werden sich doch jetzt einige Fragen, warum denn hier die Grundschule als Bildungssystem angeführt wird. Eigentlich sollte sie doch ein Oberbegriff sein für verschiedene Schulsysteme, die von der ersten bis zur vierten bzw. sechsten Klasse gehen. Das ist auch eigentlich so. Jedoch hat sicher jeder mitgekriegt, dass das Grundschulsystem verändert wurde. Die einen unter uns werden vielleicht schon davon gehört haben, aber anderen, die ganz sicher auch dabei sind, scheint das jetzt wohl neu zu sein. Zum einen tritt die Schulpflicht schon ab 5,5 Jahren in Kraft. Kinder, die zum Schulbeginn nach den Sommerferien dieses alter also bereits erreicht haben, müssen eingeschult werden. Die Vorschule fällt weg, stattdessen gibt es die so genannte Schulanfangsphase, die der zweiten und dritten Klasse entspricht. In dieser Phase können die Kinder 1, 2 oder 3 Jahre bleiben, je nach ihrem Entwicklungsstand. Zudem soll es mehr Ganztagsschulen geben, in denen man z.B. zur gesonderten Sprachförderung täglich bis 16:00 Uhr bleibt. Dabei ist natürlich nicht die ganze zeit über Unterricht, sondern nach dem Unterricht gibt es eine Art Hort, die Hausaufgaben werden erledigt und es werden verschiedenste Projekte durchgeführt. Das mag sich für so manchen vielleicht lang anhören, dem kann ich jedoch widersprechen. Ich selbst besuchte bis zur 4.Klasse eine Europaschule, also auch eine Ganztagsschule, in der die Klasse zur Hälfte aus portugiesisch sprechenden Kindern bestand. Die lange Schulzeit ist Gewöhnungssache: Wenn man von der ersten Klasse an so lange in der Schule ist, dann ist das überhaupt nicht merkwürdig. Ganz im Gegenteil: Als ich dann auf die rlo kam, war ich über den früheren Unterrichtsschluss überrascht.
Um sich ein Bild von der Meinung der „Betroffenen“ zu machen, befragten wir einen Grundschüler und dessen Eltern. Der Grundschüler (Noah Kirov) war eigentlich rundum mit dem System zufrieden. Er wollte jedoch nicht an eine Ganztagsschule, da ihm das Erledigen der Hausaufgaben zu Hause am meisten Spaß machte. Er bestätigte auch, dass die andersaltrigen Schüler sich untereinander gut halfen. Er wäre auch lieber noch früher eingeschult worden, da ihm die Schule viel Spaß bereitet. Seine Mutter (Sibel Kirov) stand dem jedoch skeptisch gegenüber: Mit 5,5 Jahren könnten die Schüler noch nicht genug Verantwortung übernehmen und sollten lieber die Möglichkeit haben, noch zu spielen. Sie ist für die Wiedereinführung des alten Systems, jedoch nur, wenn das Einschulalter wieder hoch gesetzt wird. Außerdem bemängelte sie, dass zu wenig Druck herrsche, und die Schüler eventuell ohne leichten Leistungsdruck nicht genug Anreiz haben, um ihr volles Potenzial auszuspielen.

Aller guten Dinge sind drei – Das dreigliedrige Schulsystem
Ob dieser Dinge wirklich so gut ist, wird derzeit heftig diskutiert. Nach diesem System kommen die Schüler nach der Grundschule, also in Berlin normalerweise nach der 6. Klasse,
je nach Leistung an eine Hauptschule, eine Realschule oder an ein Gymnasium. Alternativ gibt es noch die Möglichkeit einer integrierten Gesamtschule, die an anderer Stelle erörtert wird. Nun zu den drei „weiterführenden Schulsystemen“:

Hauptschule:
Die Hauptschule hat ist eine allgemein bildende Schule, die den Schülern ein grundlegende allgemeine Bildung vermitteln soll. Normalerweise geht sie von der 7. bis zur 10. Klasse, es gibt also nur die Sekundarstufe I. Danach haben die Schüler die Möglichkeit, auf eine gymnasiale Oberstufe zu wechseln. Der Unterricht an der Hauptschule ist stark praxisorientiert, auf Forschung wird dennoch nicht verzichtet. So gibt es zum Beispiel das Fach Arbeitslehre, das zu den Hauptfächern gehört. Am Ende der 10. Klasse erhält man den Hauptschulabschluss bzw. die Berufsschulreife.

Realschule:
Ähnlich wie die Hauptschule ist auch die Realschule praxisorientiert und auf das Berufsleben vorbereitend. Sie soll eine erweiterte Grundbildung vermitteln. Auch auf der Realschule gibt es 10 Klassen und die Möglichkeit, danach eine gymnasiale Oberstufe zu besuchen. Der Abschluss ist die mittlere Reife bzw. die Fachoberschulreife.

Gymnasium:
Das Gymnasium soll eine vertiefte Grundbildung vermitteln. Es beinhaltet die Sekundarstufe I und die gymnasiale Oberstufe(Sekundarstufe II), geht also von der 5. bzw. 7. Klasse bis zur 12. bzw. 13. Klasse. Die Einzelheiten eines Gymnasiums an dieser Stelle zu erläutern wäre nicht sinnvoll, da wir uns alle selbst ein Bild davon machen können und sicher auch schon gemacht haben.

Um auf die Diskussion über dieses System zurückzukommen – Viele bemängeln, dass die Schüler in der 4.Klasse und auch in der 6.Klasse ihr wirkliches leistungspotenzial noch nicht entfaltet haben und sich daher zu leicht für die falsche schule entscheiden könnten.

Alle zusammen – Die Gesamtschule
Grundsätzlich muss zwischen zwei Arten der Gesamtschule unterschieden werden. Der Kooperativen Gesamtschule und der Integrierten Gesamtschule. Bei ersterer handelt es sich einfach um die drei normalen weiterführenden Schulen „in einem Haus“, die unabhängig voneinander agieren. Bei der Integrierten Gesamtschule können die Schüler verschiedene Kurse wählen, den Förder-, Grund- und Erweiterungskurs. Sie machen dann entsprechend ihren Kursen ihren Abschluss. Dadurch gibt es so gut wie kein „Sitzen bleiben“; wenn jemand in einem Fach zu schlecht ist, so wählt er einfach einen einfacheren Kurs.

Tanzen und Singen? – Die Waldorfschule
Waldorfschulen – ein allseits umstrittenes Thema, zu aller erst von ehemaligen Schülern dieser ‚staats- und kirchenunabhängigen’ Institution, die vom Staat mitfinanziert werden. Doch worüber streiten, wenn man doch eigentlich nichts von dieser Schulart weiß, außer, dass an ihr das Alphabet zu tanzen gelernt wird? Um über zumindest einige der bisher herrschenden Vorurteile aufzuklären und ein wenig Licht in dass allgemeine Dunkel zu bringen, dazu sollen die folgenden Zeilen dienen.
Waldorf-Pädagogik ist eine Form der Pädagogik, die in Waldorf-Schulen auf der Basis des Werkes von Rudolf Steiner (1861-1925) ausgeübt wird. Die erste Waldorf-Schule wurde 1919 in Stuttgart von dem Direktor der Waldorf-Astoria-Cigarettenfabriken, Emil Molt, gegründet. Ihr erster Leiter war Rudolf Steiner. Die Leitideen, die er für die Waldorf-Pädagogik erarbeitete, beruhen auf der Anthroposophie. Die Waldorf-Schulen waren zwischen 1938 und 1945 im Dritten Reich sowie auch 1948 bis 1989 durch das DDR-Regime verboten. Heute existieren über 140 Waldorf-Schulen in Deutschland. Steiner glaubte in höheren Welten Wahrheiten gesehen zu haben, die nur über einen von ihm entwickelten „Schulungsweg“ wahrgenommen werden können. Über die von ihm erdachte Lehre schreibt man auf waldorfschule.info Folgendes: „Anthroposophie antwortet auf das Bedürfnis des Menschen, ein von Bewusstheit gestaltetes Verhältnis zur übersinnlichen, d.h. zur nicht durch die menschlichen Sinne erfahrbaren Welt zu gewinnen.“
Anthroposophie sei keine Lehre, sondern eine Weltanschauung. Es soll eine Methode sein, eigenständige Forschung auf „geistigem Gebiet“ zu betreiben. Ziel sei ein individueller, aber dennoch systematischer Zugang zu Phänomenen der „übersinnlichen Welt“. Man könnte sich auch noch weiter über die Anthroposophie auslassen, da das allein schon Diskussionsstoff für eine ganze Ausgabe geben würde. Aber inwiefern wirken sich diese Theorien auf den Schulalltag aus? Werden die Kinder indoktriniert? Kommen sie alle als kleine Steiners aus der Schule? Um den auf den Grund zu gehen, sollte man sich auf jeden Fall zunächst die allgemeinen Regelungen für die Schulen ansehen und dann die Meinungen derer, die diese Schule besucht haben.
Die Waldorf-Schulen sind Gesamtschulen, die in zwölf Schuljahren zum staatlich anerkannten Abitur führen und einen Ausgleich zwischen wissenschaftlichen und praktisch-künstlerischen Ausbildungsinhalten suchen. Sie unterscheiden sich von staatlichen Schulen vor allem dadurch, dass sie Privatschulen sind, und somit monatlich von den Eltern bezahlt werden müssen. Allerdings kämen die Schulen mit diesen Geldern allein nicht aus und beziehen somit laut Grundgesetz Artikel 7, Absatz 4 auch rechtmäßig staatliche Hilfe. Dieses nämlich schreibt für Schulen in freier Trägerschaft gleichwertige pädagogische Leistungen und ein Verbot der Sonderung der Schüler nach den finanziellen Verhältnissen der Eltern vor. Gleichzeitig betiteln sich Waldorfschulen trotzdem als staatsunabhängig.
Zudem ist Eurythmie ein Pflichtfach, das vom Waldorfkindergraten bis zur zwölften Klasse unterrichtet wird. Eurythmie ist eine expressive Tanzkunst, die Anfang des 20. Jh. um Rudolf Steiner entstand, und soll Sprache und Musik bildhaft durch Bewegung darstellen. Dies wird als seelische Gymnastik angesehen.
Weitere Differenzen zu staatlichen Bildungseinrichtungen stellen die acht statt der üblichen vier Prüfungsfächer im Abitur dar. Zwei Fremdsprachen werden bereits ab dem ersten Schuljahr gelehrt, Noten gibt es allerdings bis zur 9. Klasse nicht. Als Vorreiter sieht sich die Waldorfschule außerdem noch in der Selbstverwaltung der einzelnen Schulen, dass sie Schüler nicht sitzen bleiben lässt und die allgemeine und berufliche Ausbildung verbindet.
Mit der Selbstverwaltung (Autonomie) der Schulen ist auch gemeint, dass es keine Lehrpläne gibt. Es gibt wohl sogenannte „Empfehlungen“, an die sich auch größtenteils gehalten wird, allerdings hängt die Wissensvermittlung, die als reine Paukerei verstanden wird, stark vom Lehrer und eben der Schule selber ab. Somit kann man an Waldorfschulen geraten, die relativ kleine Klassen haben, individuell auf jeden Schüler eingehen, gute Textzeugnisse schreiben und gerade kleinen Kindern praxisorientiert viel beibringen. Viele berichten jedoch auch von Schulen mit zu großen Klassen, mit Lehrern, die überhaupt keine Kontrolle mehr über die Gruppe hatten, da sie ihre Autorität schon in der dritten Klasse verloren haben, dass die Schüler bis zur neunten Klasse nichts gelernt haben, dann aber unter enormen Leistungsdruck standen, da es ja dann Noten gab und, dass sie letztendlich von dem Einfühlungsvermögen in die Gemüter zarter, sich entwickelnder Persönlichkeiten wenig gemerkt haben. Da es keine Lehrpläne gibt, kann man Unterrichtsstoff selbst nicht vergleichen, allerdings wird des Öfteren berichtet, dass in Geschichte Sagen und Legenden den Vorrang hätten.
Von Indoktrination an Waldorfschulen zu sprechen, wäre allgemein gesagt, eindeutig falsch. Und auch die Erziehung kann zumindest nicht vernichtend sein, denn wie könnte es sonst so viel Kritik von Leuten hageln, die ihre gesamte Bildung nur an eben solchen Schulen „genossen“, jedoch heute durchaus zu differenzierten und logischen Argumenten fähig und bereit sind?

Wir hoffen, dass wir euch einen kleinen Eindruck von der Vielfalt der Schulsysteme vermittelt haben. Und wenn nun ihr meint, ihr wüsstet nun alles darüber – falsch gedacht! Denn es gibt noch alle anderen Länder dieser Welt, die alle noch weitere Systeme haben. Aber das muss dann wirklich nicht jeder wissen. Zudem ist sicherlich zu beachten, dass auch weitere Schulsysteme in Planung sind, insbesondere, um das dreigliedrige Schulsystem zu ersetzen. Diese sind ihr nicht aufgeführt, da sie in der Praxis noch nicht umgesetzt wurden und man daher (noch) keinen Eindruck von deren tatsächlicher, sondern nur von deren geplanter Funktionsweise vermitteln könnte.

Quellen:
http://www.grin.com/e-book/109416/bildu ... eiligungen
Statistisches Bundesamt, Fachserie 11, Reihe 1
http://de.wikipedia.org/wiki/Integrierte_Gesamtschule
http://de.wikipedia.org/wiki/Hauptschule
http://de.wikipedia.org/wiki/Realschule
http://www.carto.net/andre.mw/photos/20 ... erjoch.jpg