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Tierimport

Verfasst: Sa 17. Jan 2009, 19:15
von Martha
Wir alle lieben Haustiere. Nun ja, nicht alle von uns lieben Haustiere (vor allem nicht die, die gegen sie allergisch sind), aber bestimmt eine ganze Menge, zu der ich mich hinzuzählen kann. Denn allein in der Wohnung mit einem Haustier fühlt man sich weniger allein. Doch leider muss ich sagen, dass viele, die ein Haustier besitzen (bzw. besaßen) es dann doch Leid sind die Forderungen, die das jeweilige Tier nun einmal stellt zu erfüllen und sich der Verantwortung entziehen sich um das Tier entsprechend zu kümmern. Dann wird das Tier einfach in einen Karton gesetzt und vor das Tierheim gestellt, mit einem Schild "Kümmert euch um mich!" oder schlechtesten falls einfach vor die Tür gesetzt, wo es dann natürlich Schwierigkeiten haben wird zu überleben, weil es einfach nie gelernt hat ohne ein Frauchen/ Herrchen, welches ihm täglich Futter an ein und den selben Ort stellt zu überleben. Am allerbesten ist es natürlich, wenn man dann seine Liebe zu ausländischen, exotischen Tieren entdeckt und sich eine Schildkröte aus Brasilien anschafft und dann merkt, dass Schildkröten keine Tiere sind, denen man Handstand oder das Nachsprechen von Wörtern beibringen kann. Dann wird kurzer Hand entschieden, dass Tier an einem schönen Teich mit viel Sonne und niedlichen kleinen Kaulquappen auszusetzen. Jeden zweiten Sonntag kommt man noch mal vorbei und streut das übrig gebliebene Futter in den Teich, welches auf den Boden rieselt, vergammelt und den Fischen den Sauerstoff nimmt. Nun, ganz offensichtlich kann ein kleiner Teich in unserem gutem Land nicht die gleichen Anforderungen erfüllen, wie ein Teich in Brasilien, und so würde das arme Tier wahrscheinlich eingehen, aber das wäre nicht die größte Gefahr an dem soeben geschilderten Verhalten.
Man hat sich dazu entschieden, zwei kleine Schildkröten aus Brasilien aufzunehmen, weil sich eine Schildkröte alleine bestimmt einsam fühlen würde (Schildkröten sind Einzelgänger und keine Rudeltiere wie Menschen oder Ratten und werden daher nicht verrückt wie die Löwen im Zoo, wenn sie keinen Gesprächspartner haben.) und daher wird beschlossen ein gutes Schildkröten-Männchen für das liebe Schildkröten-Weibchen zu besorge, damit eine wundervolle Schildkröten Liebesromanze daraus wird. Tiere sterilisieren? Ach hie-wo! Kleine Schildkrötenbabys sind doch niedlich! (Kommt auf gar keinen Fall auf so eine abstruse Idee!!) Dann verliert man den Gefallen an den Tieren und schon sind sie auf der Straße. In diesem Falle an dem schönen Teich mit viel Sonne und niedlichen kleinen Kaulquappen. So, nehmen wir mal an, die Schildkröten überleben dieses ganze Tara, pflanzen sich fort und passen sich den klimatischen Bedingungen an. Jetzt könnte man doch eigentlich sagen: "Oh, wie toll! Eine neue Tierart in Deutschland." Doch das gefährliche daran ist, dass die Schildkröten anderen, einheimischen Tieren die Nahrung weg fressen und diese so vielleicht aussterben. Diese wären vielleicht lebenswichtig für andere Tiere, die somit auch ihrer Nahrung beraubt wurden usw.
Tatsächlich gibt es eine Tierart, die sich hier bei uns in Deutschland zu einer echten Plage entwickelt haben. Es sind allerdings keine Schildkröten die unsere einheimischen Tiere bedrohen (das wäre auch sehr unwahrscheinlich), doch sind sie auch nicht größer. An mehreren Orten in Deutschland endecken Menschen überdimensionale Kaulquappen. Sie gehörten nicht zu den einheimischen Knoblauchkröten oder den Geburtshelferkröten, die auch große Kaulquappen hervorbringen, sondern zu einer nordamerikanischen Ochsenfroschart. Dieser Ochsenfrosch wird bis zu 20 Zentimeter groß und bis zu zwei Kilogramm schwer. Diese Froschart frisst Amphibien, Fische und sogar ganze Vögel. Man geht davon aus, dass diese Frösche ausgesetzt wurden.
Der Ochsenfrosch taucht überall auf, wo man ihn nicht haben will. Da er eigentlich kaum Feinde hat ist er wirklich gefärlich für alle einheimischen Amphibienarten. In Deutschland hat der Ochsenfrosch zwar noch nicht geschafft sich durchzusetzen, da überall wo er auftaucht sofort versucht wird ihn auszurotten. Doch an einigen Stellen Europas hat der Ochsenfrosch sich durchgesetzt. Der Ochsenfrosch kann so ziemlich überall überleben. Sogar im Winter.
Also, ein Tipp: Wenn ihr ein Haustier haben wollt, informiert euch, was ihr dafür tun müsst und nie nie nie nie ein Haustier einfach aussetzen! Und wenn es euch dann doch überfordert, das Tier groß zu pflegen, dann habt wenigstens den Schneid es beim Tierheim persönlich abzugeben!


Quellen: Spiegel www.spiegel.de/panorama/0,1518,201265,00.html
Die Welteoche
http://www.weltwoche.ch/ausgaben/2001-4 ... esche.html

Verfasst: Sa 17. Jan 2009, 19:15
von Anzeige

Re: Tierimport

Verfasst: Mo 19. Jan 2009, 23:20
von Jia
Überleg dir einen spannenden Titel!

Re: Tierimport

Verfasst: Mo 19. Jan 2009, 23:21
von Jia
und bring am besten den artikel ausgedruckt zur sitzung mit

Re: Tierimport

Verfasst: So 25. Jan 2009, 15:19
von Maria
Hier kommt einfach noch mal meine persönliche Einschätzung, auch wenn ihr das Ganze vielleicht schon besprochen habt:
Das Wichtigste stimmt bei dem Artikel schon mal: Er ist kurzweilig. Das passiert durch deine lockere Art, zu schreiben. Zu dieser lockeren Art gehört es jedoch nicht zwingend, die eigene Person mit ins Spiel zu bringen. Also am besten "doch leider muss ich sagen" umformulieren.
Ansonsten hat dein Artikel noch ein paar Informationen verdient. Du hast mit der Geschichte mit dem Ochsenfrosch einen guten Anfang gemacht, das ist eine Sache, die nicht jedem klar ist. Doch gerade zu der Aussetzen-Sache darüber könntest du bestimmt noch ein paar nette Fakten finden. Du könntest auch noch ein paar anderen Ansätzen nachgehen, z.B. dass manche "Haustiere" gar nicht als Haustiere in Frage kommen, z.B. Frettchen, da sie einfach wilde Tiere sind (die sowieso alles anknabbern, auch Stromkabel). Oder auch die Unsitte, sich schick gezüchtete Tiere zu kaufen, während die Tierheime überfüllt sind (es wäre auch interessant, mal einen Vergleich zu sehen, wie viel Haustiere im Tierheim und wieviel in einer Familie leben, vielleicht ist der Untschied gar nicht so groß teilweise)
und falls du noch einen ausgefallenen Punkt mit reinnehmen möchtest, wie wärs denn mit besonderen Haustieren, wie Labormäusen. Ich kann nämlich aus zweiter Quelle berichten, dass diese nicht nur mit viel Sorgfalt gepflegt werden, sondern auch, entgegen der gängigen Meinung, nicht einfach so massenweise umgebracht werden können. Für jede Maus muss ein riesiger Papieraufwand erledigt werden, damit sie zu Versuchszwecken ihr Leben lässt.

So, das waren ein paar Anregungen, wenn du noch den einen oder anderen Ansatz reinnimmst, würde ich an anderer Stelle etwas raffen, damit der Text noch knackiger wird.
Insgesamt aber ein gutes Debüt! ^^

Re: Tierimport

Verfasst: So 25. Jan 2009, 19:00
von leon
Ich habe mir als Ressortleiter deinen artikel bereits durchgelesen und Tipps angemerkt. Würde ich aber am liebsten persönlich übergeben, da das Ganze handschriftlich ist. Wenn du aber nicht zur Sitzung kommen kannst, kann ich dir meine Anmerkungen aber auch als Scan per E-Mail schicken.